Vater unter Verdacht
Verheerendes Feuer – Neunjährige erliegt Verletzungen
Aktualisiert am 18.09.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Der kleine Sohn starb schon in der Nacht zum Donnerstag. Jetzt ist auch die Tochter tot. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Vater das Feuer gelegt hat.
Nach dem Tod eines 38 Jahre alten Vaters und seines fünfjährigen Sohnes bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in Schnaudertal (Sachsen-Anhalt) ist die Tochter im Krankenhaus gestorben. Die Neunjährige sei am Donnerstag ihren Verletzungen erlegen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet.
Damit hat nur die Mutter das verheerende Feuer überlebt. Die 36-Jährige wurde durch den Brand nicht verletzt und befindet sich laut Staatsanwaltschaft wegen eines Schockzustands im Krankenhaus.
Der Feueralarm war am Mittwochabend gegen 21 Uhr eingegangen. Zu dem Zeitpunkt befand sich die gesamte vierköpfige Familie im Gebäude. Vater und Sohn konnten nicht mehr reanimiert werden, sie starben laut Obduktionsergebnis an einer Rauchgasvergiftung. Die Tochter kam noch ins Krankenhaus.
„Scheinbare Idylle“: Der Mähroboter mäht noch
Auffällig erschien sofort, dass das Haus von außen intakt wirkte. Der Schaden am Gebäude sei vermutlich nicht allzu hoch, sagte eine Polizeisprecherin t-online. Das Brandgeschehen habe sich nur kleinräumig im Inneren des Hauses abgespielt, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete von einer „scheinbaren Idylle“ am Tag nach dem Feuer: Zwei Autos würden vor dem hellgrünen Einfamilienhaus stehen, ein rot-schwarzer Ball liege vor einer Hecke und ein Mähroboter drehe seine Runden.
Ermittler finden Benzinkanister
Hinweis der Redaktion
Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.
Nach derzeitigem Stand sehe es nach einem „erweiterten Suizid des Vaters“ durch das Feuer aus, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Demnach wurden Benzinkanister gefunden. Inwiefern diese genutzt worden seien, sei Teil der Ermittlungen.
Schon am Donnerstag hatte der Bürgermeister des Schnaudertaler Ortsteils Kleinpörthen von Gerüchten im Dorf berichtet: Am Brandort habe es demnach wohl nach Benzin gerochen. Der Tatverdächtige sei selbst aktives Mitglied der freiwilligen Ortsfeuerwehr gewesen.
