Schwerverdauliches ungeeignet
Bauchspeicheldrüsenentzündung – gibt es „verbotene“ Lebensmittel?
Aktualisiert am 16.08.2026 – 07:32 UhrLesedauer: 5 Min.
Wer an einer Pankreatitis erkrankt, kann zunächst nicht normal essen. Welche Lebensmittel gelten bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung als verboten?
Menschen mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) leiden meist an heftigen Schmerzen im Oberbauch und Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Wie gewohnt zu essen und zu trinken, ist dann oft nicht möglich. Gerade die geringe Trinkmenge kann zur Gefahr werden: Bei einer Pankreatitis verliert der Körper große Mengen an Flüssigkeit, unter anderem, weil diese vermehrt ins Gewebe austritt.
Um den dadurch drohenden Folgen vorzubeugen, bekommen Erkrankte im Krankenhaus eine Flüssigkeitslösung mit Elektrolyten über einen Tropf verabreicht. (Welche weiteren Maßnahmen bei einer Pankreatitis nötig sind, erfahren Sie im Artikel „Bauchspeicheldrüsenentzündung – welche Behandlung hilft?“.)
Können Betroffene nicht genug essen, erhalten sie möglichst früh flüssige Nahrung über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm. Diese sogenannte enterale Ernährung gilt heute als Standard, wenn der Magen-Darm-Trakt funktioniert. Eine Ernährung über die Vene wird dagegen meist nur noch dann eingesetzt, wenn eine Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht oder nicht in ausreichendem Maße möglich ist.
Sobald die Beschwerden es zulassen, spricht aber in der Regel nichts gegen eine weitgehend normale Ernährung. Welche Lebensmittel sind dann gut geeignet – und welche verboten?
„Verbotene“ Lebensmittel bei Bauchspeicheldrüsenentzündung
Auf Alkohol sollten Betroffene grundsätzlich verzichten – insbesondere dann, wenn Alkohol die Ursache der Bauchspeicheldrüsenentzündung war. Auch bei einer chronischen Pankreatitis wird ein konsequenter Alkoholverzicht empfohlen.
Davon abgesehen gibt es keine allgemein verbotenen Lebensmittel. Manche Speisen werden während einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eines Schubes einer chronischen Pankreatitis jedoch schlechter vertragen als andere.
Da die Erkrankung die Verdauung beeinträchtigt, ist es sinnvoll, den Magen-Darm-Trakt zu entlasten, bis die Beschwerden abklingen. Das gilt sowohl bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung als auch während eines Schubes einer chronischen Pankreatitis.
Zu Beginn sind daher leicht verdauliche Lebensmittel häufig die bessere Wahl. Welche Speisen Beschwerden verursachen, ist jedoch individuell unterschiedlich.
Schwer verdauliche Kost sollten Betroffene anfangs meiden. Dazu können beispielsweise gehören:
- Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen, Linsen)
- Kohl
- größere Mengen Lauch, Knoblauch oder Meerrettich (wenn sie Beschwerden verursachen)
- Paprika
- scharfe Gewürze (etwa Chili, Pfeffer und Paprika)
- unvollständig gereiftes Obst
- säurereiches Obst (z. B. Zitrusfrüchte, Kiwi und Ananas)
- Steinobst (etwa Pflaumen)
- sehr fettreiche oder stark verarbeitete Lebensmittel
- frittierte, gegrillte oder scharf angebratene Speisen
- geröstete und fettreiche Kartoffelprodukte wie Pommes, Bratkartoffeln, Rösti, Kroketten oder Puffer
- Hackfleisch
- fettreiche Fleisch- und Wurstwaren
- Getränke mit Kohlensäure
- eiskalte oder heiße Getränke
Diese Lebensmittel sind jedoch nicht grundsätzlich verboten. Ob sie Beschwerden verursachen, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium und der individuellen Verträglichkeit ab. Viele Betroffene können sie nach dem Abklingen der Beschwerden nach und nach wieder in ihren Speiseplan aufnehmen.
Alternativen zu den „verbotenen“ Lebensmitteln
Nach einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung empfiehlt es sich, die Ernährung schrittweise zu erweitern – abhängig davon, was gut vertragen wird. Aktuelle Leitlinien empfehlen, möglichst früh wieder mit dem Essen zu beginnen, sobald Übelkeit, Erbrechen und starke Schmerzen nachlassen.
Zu Beginn sind häufig leicht verdauliche Lebensmittel bekömmlicher, zum Beispiel:
- Backwaren wie Weißbrot und Zwieback
- Kartoffeln, Reis, Nudeln
- Gemüsebrühe und gegartes (nicht blähendes) Gemüse
- säurearmes Obst (etwa Birne, Apfel, Beeren)
