Umstrittener Plan
Mercedes könnte ein Verkaufsverbot in den USA drohen
Aktualisiert am 23.07.2026 – 08:38 UhrLesedauer: 2 Min.
In Washington wächst der Druck auf Autohersteller mit chinesischen Anteilseignern. Für Mercedes könnte ein neuer Gesetzentwurf heikel werden.
Ein Gesetzentwurf, durch dessen Vorgaben Mercedes-Benz wegen chinesischer Anteilseigner ein Verkaufsverbot in den USA drohen könnte, hat eine erste Hürde im US-Senat genommen. Der zuständige Ausschuss gab den Entwurf zur Prüfung durch die gesamte Kongresskammer frei.
Der Vorstoß richtet sich gegen vernetzte Fahrzeuge mit Verbindungen zu China oder anderen als gegnerisch eingestuften Staaten. Vorgesehen ist ein Verbot von Einfuhr, Produktion, Verkauf und Wiederverkauf solcher Fahrzeuge. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken: US-Politiker warnen seit Längerem, dass Software, Sensoren und Kommunikationssysteme in vernetzten Autos theoretisch zur Datensammlung oder Spionage genutzt werden könnten.
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Für Mercedes könnte der Entwurf heikel werden, weil er nicht nur in China gebaute Fahrzeuge erfassen soll. Betroffen wären auch Hersteller, an denen chinesische Anteilseigner zusammen mehr als 15 Prozent halten. Bei Mercedes liegen knapp zehn Prozent beim chinesischen Autobauer BAIC; weitere knapp zehn Prozent werden Li Shufu zugerechnet, dem Gründer des chinesischen Herstellers Geely.
So verteidigt sich Mercedes
Mercedes wies den Vorstoß zurück und betonte, kein einzelner Anteilseigner halte mehr als zehn Prozent. Zudem seien die Großaktionäre nicht direkt im Aufsichtsrat vertreten und könnten keine Geschäftsentscheidungen treffen. Der Konzern verwies außerdem auf seine wirtschaftliche Bedeutung in den USA. Nach Unternehmensangaben trägt Mercedes dort zu rund 160.000 Arbeitsplätzen bei, unter anderem durch Werke in Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama und Charleston in South Carolina.
Der US-Markt ist für Mercedes wichtig. Im ersten Quartal 2026 verkaufte der Konzern über seine Händler in den USA 78.500 Fahrzeuge, darunter 70.000 Pkw und 8.500 Transporter. Viele Fahrzeuge werden auch direkt in den USA produziert.
Im Ausschuss zeigte sich allerdings, dass der Entwurf politisch umstritten bleibt. Der einflussreiche Republikaner Ted Cruz sprach sich dafür aus, die 15-Prozent-Schwelle zu streichen. Er stellte zudem die Frage, ob dieser Wert gewählt worden sei, um Mercedes als deutschen Rivalen amerikanischer Hersteller zu schwächen. Sowohl Cruz als auch der Initiator des Entwurfs betonten, man wolle kein Verkaufsverbot für Mercedes in den USA. Der Entwurf sieht zudem die Möglichkeit vor, beim Handelsministerium Ausnahmen zu beantragen.












