Trotzdem kann man ihr den Versuch zu unterhalten hoch anrechnen. Nick ist eben vom alten Schlag und arbeitet noch für ihr Geld, koste es, was es wolle. Sie will unterhalten. Das gestaltet sich allerdings gar nicht einfach. Schließlich ist sie bekannt für ihre Schlagfertigkeit, ihre fiesen Sprüche. In den ersten Tagen der Show bleibt ihr als Kontrahent aber nur Glööckler. Und weil sie den zu mögen scheint, kann sie nicht so auf ihn stürzen, nun ja, oder eben doch, nur dann eben wortwörtlich.
Da sie Sticheleien nur gegen den Fernseher richten kann, auf dem sie ihre Mitstreiter nur ab und zu sieht und deshalb keine echte Konfrontation entsteht, dreht Nick den Spieß einfach um. Die Kabarettistin hat sich eine andere Strategie überlegt, eine entgegengesetzte. Sie will Glööckler umdrehen, ihn verführen, aus ihm „eine Hete machen“.
Das ist zum einen unangenehm für Glööckler, aber vielmehr noch für das TV-Publikum. Nick will, dass der 60-Jährige, der sich im Sommer 2023 von seinem langjährigen Partner getrennt hat, mit ihren Brüsten spielt, sie küsst und mit ihr in einem Bett schläft. „Softporn für Alte“, nennt sie das Schauspiel selbst. Das wird selbst Glööckler zu viel. Er wehrt sich mit aller Eloquenz, die Gott ihm gegeben hat: „Jetzt sind wir an einem Punkt, da sollten wir einen Punkt machen!“
Es sind jene Lichtblicke, diese kleinen Feinheiten, die zwischen den geplanten Momenten der Nick’schen Inszenierung passieren, die Mut zum Hoffen bieten. Wenn zum Beispiel „Big Brother“ mit tiefer staatstragender Stimme sagt: „Bewohner, hinter euch liegen zwei Tage …“ und die beiden sich im selben Moment nervös umschauen, um etwas hinter ihnen Liegendes zu erspähen. Oder die sprachliche Verwirrung, die US-Amerikaner Marc Terenzi mit seinem perfekten Denglisch stiftet, wenn er in der Küche steht und ruft: „We must gucken, erst mal!“ Und Glööckler fragt: „Ist ‚gucken‘ jetzt kochen oder schauen?“ Dann weiß man wieder, wofür man das Ganze schaut.














