Juli 21, 2026 10:58 a.m. CEST

Im Vorfeld des Kampfes gegen den Russen machte McGregor zwar erneut seine großspurigen Ankündigungen. Doch dieses Mal schien er die Leichtigkeit, die ihn dabei stets ausgemacht hatte, verloren zu haben. Es gab böses Blut. Das gewinnende Lächeln in seinem Gesicht war echter Wut gewichen. Sein Auftreten hatte nichts Humorvolles mehr, sondern etwas Dunkles.

Als sich die beiden dann endlich im UFC-Käfig begegneten, verlor McGregor, indem ihn der Russe mit einem Griff zur Aufgabe zwang. Nach dem Kampf kam es erneut zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen den Lagern der beiden Kämpfer und einer Suspendierung McGregors. Es war der endgültige Wendepunkt in seiner Karriere.

Immer mehr Konflikte mit dem Gesetz

Nach der Niederlage ging es nicht nur sportlich bergab. In den folgenden drei Jahren bestritt McGregor nur noch drei Kämpfe, gewann lediglich einen davon. Schlagzeilen machte er eher mit Alkohol- und Drogenexzessen. Er vertrieb eine eigene Whiskeymarke und schien dabei allzu häufig sein eigener bester Kunde zu sein.

Conor McGregor in Handschellen: Nach dem Angriff auf einen Bus im Rahmen eines UFC-Events musste er sich vor Gericht verantworten. (Quelle: Charles Leonard/imago-images-bilder)

Auch die Konflikte mit dem Gesetz nahmen zu: Neben einigen Gewaltvorwürfen, wonach er unter anderem einen älteren Mann in einem Pub in Dublin geschlagen und bei einem anderen Vorfall auch einem italienischen Musiker die Nase gebrochen haben soll, wiegen vor allem die Vorwürfe der sexuellen Gewalt in seiner Strafakte am schwersten.

Eine Klage, die McGregor der versuchten Vergewaltigung im Rahmen der NBA Finals 2023 in Miami bezichtigte, wurde Ende des vergangenen Jahres zwar wieder zurückgezogen. In einem anderen Fall jedoch kam es zu einer Verurteilung: Eine Frau beschuldigte McGregor, sie im Dezember 2018 – also kurz nach der Niederlage gegen Nurmagomedov – in einem Hotelzimmer in Dublin vergewaltigt zu haben.

Verurteilung wegen Vergewaltigung

Laut Aussage der Frau habe McGregor sie zunächst mehrfach gewürgt und auf ein Bett gedrückt, bevor er sie dann vergewaltigt habe. Nach dem geschilderten Vorfall begab sich die Frau in ärztliche Behandlung, wobei fast an ihrem gesamten Körper Blutergüsse und Schürfwunden im Gesicht, am Hals und an der rechten Brust festgestellt wurden. Während des Prozesses wurde zudem ein Gynäkologe verhört, der die Frau nach dem geschilderten Vorfall untersucht hatte. Laut seiner Aussage habe sie während der gesamten Untersuchung „gezittert und geweint“.

Ein Strafprozess wurde vom Generalstaatsanwalt im Jahr 2020 aufgrund mangelnder Beweise und fehlender Aussicht auf Verurteilung abgelehnt. Die Frau strengte jedoch eine Zivilklage an, die Erfolg hatte. Eine Jury befand, dass McGregor haftbar sei, und er musste der Frau 250.000 Euro Entschädigung zahlen. In Irland gelten für Zivilprozesse andere Beweismaßstäbe als für Strafprozesse. In einem Zivilverfahren gilt die „Abwägung der Wahrscheinlichkeiten“, das heißt, es muss wahrscheinlicher sein, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist. In einem Strafprozess muss eine Tat hingegen zweifelsfrei bewiesen werden. Dazu kam es nicht.

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