Fünf Jahre nach der Katastrophe
Ursache für tödliche Explosion im Chempark gefunden
21.07.2026 – 10:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Explosion im Chempark Leverkusen kostete sieben Menschen das Leben. Nun haben Ermittler die Ursache des schwersten Chemieunglücks Deutschlands seit Jahrzehnten geklärt.
Knapp fünf Jahre nach der verheerenden Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen ist die Ursache des Unglücks geklärt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Explosion durch Abfall aus Dänemark ausgelöst. Bei der Katastrophe am 27. Juli 2021 waren sieben Männer ums Leben gekommen, 31 weitere Menschen wurden teilweise schwer verletzt.
Der aus Dänemark stammende Abfall habe eine selbst zersetzende Eigenschaft besessen, teilte die Zentralstelle für die Verfolgung von Umweltkriminalität für Nordrhein-Westfalen mit. Der Stoff sei in einem Lagertank über der sogenannten Selbsterwärmungstemperatur gelagert worden.
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Dadurch sei es zu Selbsterwärmungseffekten sowie zu einem exponentiellen Anstieg von Temperatur und Druck gekommen. Schließlich explodierte der Tank, ein großes Feuer brach aus und weitere Tanks wurden zerstört. Das Unglück zählt zu den schwersten Explosionskatastrophen in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten.
Verfahren gegen Currenta-Mitarbeitende eingestellt
Das Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeitende des Chempark-Betreibers Currenta wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Nach Einschätzung der Ermittler war für die Verantwortlichen, die den Abfall angenommen und gelagert hatten, anhand der vorliegenden Daten und Unterlagen nicht erkennbar, dass der Stoff selbst zersetzende Eigenschaften besaß. Das spätere Unglück sei für die Mitarbeitenden deshalb nicht vorhersehbar gewesen.
Die Ermittlungen gegen Verantwortliche des dänischen Abfallerzeugers und eines Hamburger Abfallmaklers dauern dagegen an. Dabei soll geklärt werden, ob Informationen über die gefährlichen Eigenschaften des Abfalls pflichtwidrig nicht an den Betreiber in Leverkusen weitergegeben wurden. Die Namen der beteiligten Unternehmen nannte die Behörde nicht.
In der Nähe der zerstörten Tanks erinnert heute eine Gedenkstätte an die sieben Todesopfer.
