Auf die Frage, ob er die Wiedervereinigung für gelungen hält, antwortet er mit einem eindeutigen Ja. Ihn stört, dass Menschen sich heutzutage oft beschweren. „Sehr viele Leute in den ostdeutschen Ländern haben Dinge, von denen sie vor der Wiedervereinigung nur hätten träumen können. Autos, Reisen und andere Dinge können sie sich nun leisten. Da wird auf einem sehr hohen Niveau gejammert.“
Es wird auf sehr hohem Niveau gejammert.
Michael Brack, Brandenburg
Das sei jedoch nicht nur bei Ostdeutschen zu beobachten: „In Schleswig-Holstein und Bayern wird genauso gemeckert, wenn etwas nicht gleich funktioniert oder nicht nach dem Willen der Bürger läuft.“
Die 2024er-Wahlergebnisse in seinem Bundesland machen den Grünen-Wähler traurig. „Viele erkennen die Chancen nicht, die die Demokratie mit sich bringt. Sie laufen den Rattenfängern mit ihren Parolen in die Falle.“
Der 76-Jährige könne Menschen nicht per se als Ost- oder Westdeutsche identifizieren. „Ich sehe da keine Unterschiede. Die regionalen werden bleiben, Gott sei Dank. Denn das macht den Reiz einer Region aus. Ich beurteile Menschen nicht danach, wo sie herkommen, sondern danach, wie sie handeln und wie sie denken.“
Video | Deutsche Einheit: Sind Ost und West gespaltener denn je? (Stand: 2024)
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Monika Schaefer hatte immer Kontakt zu ihrer Ostverwandtschaft, auch als die Mauer noch stand. Jährlich besuchten sie und ihre Eltern ihre Tanten „drüben“. Die Grenzkontrollen mit den Schäferhunden empfand sie als belastend, erinnert sie sich. Sie hatte Angst, beim Schmuggeln von Westprodukten erwischt zu werden.
Auch wenn der damaligen Bremerin bewusst war, dass es mit der DDR nicht mehr lange weitergehen würde, kam die Wende für sie sehr plötzlich. „Damit hatten wir nicht gerechnet, dass das möglich war. Das war eine unfassbare Freude, dass unsere Verwandten einfach rüberkommen konnten. Ich bin jetzt noch ganz emotional, wenn ich daran denke.“
Ich bewundere die Politiker, die im Osten für die Demokratie kämpfen.
Monika Schaefer, Hamburg
Sie stört, ebenso wie Michael Brack, wenn Ostdeutsche heute über den Staat schimpfen: „Ich glaube, es ist bei vielen vergessen worden, was es für ein Gefühl ist, eingesperrt zu werden, in einer Diktatur zu leben, seine Meinung nicht sagen zu dürfen, weil man bespitzelt wird, weil man vielleicht ins Gefängnis kommt.“















