Chaos in Großbritannien
Orkanböen bringen Tod und Zerstörung
26.10.2026 – 10:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Bäume stürzen um, Wassermassen schießen durch die Straßen: Ein schwerer Sturm hat Großbritannien getroffen.
Der Sturm „Boelo“ hat in Großbritannien zwei Menschen das Leben gekostet. Orkanartige Böen fegten über das Land, Straßen wurden überflutet und Zehntausende Haushalte blieben ohne Strom.
Am Sonntagmittag stürzte im Norden Londons ein Baum auf ein fahrendes Auto. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge starb der Fahrer, ein Mann Mitte 20, noch an der Unfallstelle. Rettungskräfte und ein Team der Londoner Luftrettung konnten nichts mehr für ihn tun.
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Bereits zuvor war in Schottland ein 60-Jähriger von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt worden. Das Unglück ereignete sich nahe Castle Douglas im Südwesten des Landes. Auch in Aberfeldy, nördlich von Edinburgh, wurden zwei Frauen von einem umstürzenden Baum getroffen. Sie kamen Medienberichten zufolge ins Krankenhaus.
Sturm setzt ganze Straßenzüge unter Wasser
Der Sturm traf vor allem Schottland, Nordengland und Wales mit voller Wucht. An der schottischen Küste wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 137 Kilometern pro Stunde gemessen – das entspricht Orkanböen. In den bei Touristen beliebten schottischen Highlands fielen örtlich bis zu 130 Liter Regen pro Quadratmeter.
Besonders heftig traf es den Küstenort Largs westlich von Glasgow. Dort schoss Wasser durch die Straßen und drang in Geschäfte ein. Ein Video des örtlichen Geschäfts „Geraldo’s“ auf Facebook zeigt Wassermassen, die bei starkem Wind durch die Straße strömen. Die Betreiber berichteten von einem bislang nicht erreichten Hochwasserstand.
Wegen Unwetter auch Flugverkehr gestört
Am Sonntagabend waren nach Angaben des britischen Energieverbands ENA noch mehr als 90.000 Haushalte und andere Anschlüsse ohne Strom. Insgesamt waren durch „Boelo“ und den vorherigen Sturm „Austen“ seit Freitag fast 840.000 Anschlüsse zeitweise von Stromausfällen betroffen.
Wie ENA mitteilte, gestalten sich die Reparaturen als schwierig: Wegen des gefährlichen Wetters konnten Techniker vielerorts zunächst nicht sicher an den beschädigten Leitungen arbeiten.
Auch der Verkehr war stark beeinträchtigt. Fähren fielen aus, Flüge unter anderem von und nach Glasgow, Aberdeen, Belfast und Dublin wurden gestrichen. Im Bahnverkehr kam es landesweit zu Störungen. Die schottische Polizei rief dazu auf, auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten.
