September 9, 2026 5:43 p.m. CEST

Weiterer Effekt

Was die Abnehmspritze bei Asthma und COPD bewirken kann


09.09.2026 – 15:29 UhrLesedauer: 3 Min.

Entspannt atmen (Symbolbild): Trotz Asthma oder COPD tief durchatmen zu können, verbessert die Lebensqualität spürbar. (Quelle: monkeybusinessimages/getty-images-bilder)

Der Wirkstoff Semaglutid kommt als Diabetes- und Abnehmmittel zum Einsatz. Laut einer neuen Studie könnte er außerdem gegen Atemnot helfen.

Eine Studie unter der Leitung von Professorin Chloe Bloom am Imperial College London hat ergeben: Wenn Menschen mit Asthma oder COPD den Wirkstoff Semaglutid als Diabetes- und/oder Abnehmspritze anwenden, profitieren wohl auch die Atemwege. Besonders deutlich war dieser Effekt bei Asthmaanfällen. Ihre Häufigkeit sank unter der Behandlung um bis zu 40 Prozent. Das Ergebnis wurde auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona vorgestellt.

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Semaglutid gehört zur Wirkstoffgruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten, die sowohl bei Typ-2-Diabetes als auch bei Übergewicht und Adipositas zur Behandlung infrage kommen. Die Wirkstoffe fördern die Ausschüttung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse und hemmen den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Essen, wodurch sich der Blutzucker besser kontrollieren lässt. Zudem verringern sie das Hungergefühl, was zur Gewichtsabnahme beiträgt.

Wirkung auf die Lunge im Fokus

Frühere Forschungsarbeiten hatten bereits darauf hingewiesen, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten entzündungshemmend wirken und sich möglicherweise günstig auf die Lunge auswirken könnten. Das Forschungsteam um Professorin Bloom wollte deshalb untersuchen, ob Menschen mit Asthma oder COPD weniger akute Atemwegsprobleme haben, wenn sie ein entsprechendes Medikament erhalten.

Denn bei beiden Lungenerkrankungen sind die Atemwege ständig entzündet und außerdem verengt, was zu Atemnot führt. Bei Asthma verengen sich die Atemwege meist kurzzeitig, sodass die Betroffenen typischerweise anfallartig Atemnot bekommen. Bei COPD sind die Atemwege dauerhaft und zunehmend verengt, weshalb viele Betroffene schon bei Alltagstätigkeiten – im fortgeschrittenen Stadium sogar in Ruhe – Atemnot verspüren, die sich plötzlich deutlich zu Anfällen verschlimmern kann.

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Für die Studie wertete das Forschungsteam elektronische Gesundheitsdaten aus Großbritannien aus. In vier parallelen Untersuchungen betrachtete es jeweils zwischen 20.000 und 22.000 Menschen, die eine Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder einem anderen Diabetesmedikament aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe begonnen hatten.

Weniger Atemnot unter GLP-1-Rezeptor-Agonisten

Die Auswertung ergab: Bei Menschen mit Asthma oder COPD, die zur Therapie einen GLP-1-Rezeptor-Agonisten verschrieben bekamen, traten weniger Anfälle von Atemnot auf als bei vergleichbaren Personen, die andere Diabetesmedikamente erhielten.

Die größte Wirkung auf die Atemwege zeigte Semaglutid. Laut der Studienleiterin betrifft dies vor allem „Menschen mit Asthma, bei denen die Anwendung von Semaglutid offenbar mit einem Rückgang der Asthmaanfälle um fast 40 Prozent einhergeht“. Bei COPD verringerte der Wirkstoff plötzliche, starke Verschlechterungen der Atemwegsbeschwerden um 20 Prozent.

Möglicher Zusatznutzen für bestimmte Personen

Für Menschen mit Asthma oder COPD, bei denen wegen Adipositas oder Typ-2-Diabetes ohnehin eine Behandlung mit der Diabetes- beziehungsweise Abnehmspritze in Betracht kommt, könnten die Ergebnisse daher besonders interessant sein.

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