Hunde und Fernsehen
Studie enthüllt überraschende Reaktionen der Vierbeiner
27.09.2025 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Forscher in den USA haben untersucht, wie verschiedene Hunderassen auf Fernsehinhalte reagieren. Dabei spielen die Persönlichkeiten der Tiere eine große Rolle.
Nach dem Feierabend, an einem verregneten Wochenende – Menschen machen es sich gerne vor dem Fernseher gemütlich und genießen ihre Lieblingsfilme und -serien. Aber längst ist der Mensch nicht mehr die einzige Spezies, die in die Röhre guckt.
Auch Hunde reagieren durchaus auf die Reize, die die Glotze ausstrahlt. Sie nehmen das Geschehen auf dem Bildschirm teilweise wahr. Wie sehr, hängt offenbar stark von der Persönlichkeit des Vierbeiners ab, wie eine aktuelle Studie aus den USA jetzt zeigt.
Für ihre Untersuchung haben Forscher von der Auburn University in Alabama Fragebögen an Hundebesitzer verteilt, die das Verhalten ihrer Tiere vor dem Fernseher über einen Zeitraum von zwei Monaten beobachten sollten. Anschließend wurden die Ergebnisse von 450 Teilnehmern ausgewertet.
Dabei zeigte sich, dass Hunde je nach Persönlichkeit unterschiedlich auf das Fernsehen reagieren. Lebhafte Hunde zeigten ein aktives Verhalten: Sie beobachteten Objekte auf dem Bildschirm, jagten sie und suchten teilweise sogar hinter dem Fernseher danach. Hunde mit einer ängstlichen Persönlichkeit reagierten eher auf Geräusche wie Türklingeln oder Autohupen, die aus dem Fernseher kamen. Rasse, Alter oder Geschlecht der Hunde hatten hingegen keinen Einfluss auf ihre Reaktion.
Für die Forscher bedeutet das, dass Fernsehen bestimmten Hunden dabei helfen könnte, sich weniger einsam zu fühlen, wenn ihre Besitzer nicht zugegen sind. „Wenn Sie wissen, was sich Ihr Hund gerne im Fernsehen ansieht, können Sie Programme auswählen, die seinen Interessen entsprechen, wenn Sie zum Beispiel nicht zu Hause sind“, so einer der Studienautoren.
Die Idee vom Hundefernsehen stößt nicht überall auf Begeisterung. Aus der Sicht der Verhaltensforscherin Juliane Bräuer von der Universität Jena fehlt dem Konzept eine wichtige Dimension: der Geruch. Das erklärte sie der „Tagesschau“. Hinzu kommt, dass Hunde Farben nur eingeschränkt wahrnehmen können – rot-grün etwa gar nicht –, dafür aber Bewegungen umso besser. Ob sie Emotionen oder sogar Handlungsabläufe auf dem Bildschirm erkennen können, ist bislang nicht abschließend erforscht.
Für Bräuer ist klar: Hundefernsehen ist kein Ersatz für echte Zuwendung. Sie warnt davor, das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, indem man dem Hund einfach etwas vorsetzt. Wer sich einen Vierbeiner anschafft, sollte eben auch wirklich Zeit für ihn haben.













