Erhöhtes Risiko für bestimmte Krankheiten
Wer spät noch isst, sollte diese Studie kennen
13.10.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Wann wir essen, wirkt sich auf die innere Uhr der Leber aus. Welche Folgen abendliche Snacks für das Organ haben könnten, zeigt eine neue Studie.
Wer nach dem Abendessen Chips, Schokolade oder Popcorn nascht, weiß meist, dass das nicht gerade gesund ist. Was wohl nicht jedem klar ist: Spätes Snacken belastet den Körper nicht nur, weil man dabei oft zu viel Zucker und Fett zu sich nimmt. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass spätabendliches und nächtliches Essen auch den Stoffwechsel ungünstig beeinflussen könnte.
In diese Richtung weist auch eine neue Untersuchung aus den USA: Sie legt nahe, dass zu spätes Essen der Leber schaden könnte.
Warum die innere Uhr für die Leber wichtig ist
Die Leber hat die Aufgabe, Nährstoffe zu verarbeiten, Energie zu speichern und Schadstoffe abzubauen. Dabei folgt sie einem bestimmten Tagesrhythmus, den ihre eigene innere Uhr vorgibt.
Diese wiederum orientiert sich an einer Art Hauptuhr im Gehirn, die sich vor allem nach dem Tageslicht richtet und zahlreiche Körperfunktionen auf den Wechsel zwischen Tag und Nacht abstimmt.
Die innere Uhr der Leber reagiert außerdem besonders stark darauf, wann wir essen. Das hat einen biologischen Sinn: Der Körper kann sich so auf Zeiten vorbereiten, in denen er Nahrung bekommt, und auf Phasen, in denen er ohne Essen auskommen muss.
Fast 200.000 Menschen über Jahre beobachtet
Für die aktuelle Studie nutzte ein Forschungsteam Daten aus drei großen US-Langzeitstudien. In diesen hatten Pflegekräfte und andere Beschäftigte aus Gesundheitsberufen regelmäßig Auskunft über ihre Ernährung, ihren Lebensstil und ärztliche Diagnosen gegeben.
Die Wissenschaftler nahmen die Angaben von insgesamt fast 200.000 Teilnehmern genauer unter die Lupe. Ihre zentrale Frage: Haben Menschen, die spätabends oder nachts noch etwas essen, ein höheres Risiko, an einer Fettleber oder Leberzirrhose zu erkranken? Um das herauszufinden, teilten sie die Teilnehmer anhand ihrer Essgewohnheiten in Gruppen ein und untersuchten, bei wem im weiteren Verlauf Lebererkrankungen auftraten.
Dabei stellte sich heraus: Menschen, die angaben, nach dem Abendessen oder sogar nach dem Zubettgehen noch etwas zu essen, hatten ein um etwa 20 bis 30 Prozent höheres statistisches Risiko für Lebererkrankungen als die übrigen Teilnehmer.
Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Forscher andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt hatten, darunter Alter, Körpergewicht, Kalorienzufuhr, Ernährungsqualität, Bewegung und Alkoholkonsum. Sie rechneten also beispielsweise heraus, dass Menschen, die spät essen, möglicherweise auch mehr Kalorien zu sich nehmen oder sich weniger bewegen und deshalb ein höheres Risiko für Lebererkrankungen haben. Doch auch danach zeigte sich bei den späten Essern ein erhöhtes Risiko.
Übrigens
Bei Teilnehmern, die das Frühstück ausließen oder besonders häufig am Tag aßen, zeigte sich kein vergleichbar deutlicher Zusammenhang mit dem Risiko für eine Fettleber oder Leberzirrhose. Entscheidend scheint demnach weniger die Häufigkeit der Mahlzeiten zu sein als die Frage, zu welcher Tageszeit sie stattfinden.
Wie entstehen Fettleber und Leberzirrhose?
Bei einer Fettleber sammelt sich zu viel Fett in den Leberzellen an. Die in der Studie untersuchte sogenannte stoffwechselbedingte Fettleber hängt häufig mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes (beziehungsweise einer Vorstufe davon) zusammen.
Anfangs verursacht die Erkrankung meist keine Beschwerden. Bei manchen Betroffenen entzündet sich jedoch die Leber, wodurch Leberzellen Schaden nehmen können. Mit der Zeit kann sich dann Narbengewebe bilden, das zunehmend gesundes Lebergewebe ersetzt. Schreitet diese Vernarbung weit fort, sprechen Mediziner von einer Leberzirrhose. Die Leber kann ihre Aufgaben dann immer schlechter erfüllen.













