Nach TV-Interview
Block-Prozess: Stephan Hensel will in Israel Anzeige erstatten
18.09.2025 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel will nach Israel reisen und dort Strafanzeige gegen weitere mutmaßliche Kindesentführer stellen.
Die Tickets habe er schon, bestätigt Stephan Hensel, Vater der Block-Kinder, t-online. Er plane, am Samstag mit seinem Nebenklage-Anwalt Philip von der Meden nach Israel zu reisen. Ihre Mission: Mit den Strafverfolgungsbehörden sprechen – und Anzeige erstatten.
Hintergrund ist ein TV-Interview, das einer der mutmaßlichen Entführer im israelischen Fernsehen gegeben hat. Der 42-jährige K. gab in dem Gespräch detaillierte Einblicke in die Planung und den Ablauf der Entführung.
K. und weiteren Beschuldigten wird vorgeworfen, in der Silvesternacht 2023/2024 zwei der vier Kinder von Christina Block und Stephan Hensel gewaltsam in Dänemark entführt zu haben. Damals tobte ein Sorgerechtsstreit zwischen Hensel und Block: Er hatte die Kinder nach einem Besuch nicht zur Mutter zurückgelassen. In der Entführungsnacht wurde Hensel niedergeschlagen. Die Kinder wurden zunächst nach Süddeutschland gebracht, dort kam Christina Block dazu. Ihr wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, die Entführung beauftragt zu haben.
Allerdings: Auch wenn sich einige der noch sechs gesuchten, mutmaßlichen Entführer in Israel aufhalten und dort sogar Fernsehinterviews geben, droht ihnen bislang nichts. Denn Israel liefert in der Regel Landsleute mit festem Wohnsitz in Israel nicht aus.
Um den Prozess zu beschleunigen, wollen Hensel und sein Anwalt nun direkt in Israel Strafanzeige stellen. „Es hieß jahrelang: Das sind Israelis, an die kommen wir sowieso nicht ran“, berichtet Hensel aus der Zeit zwischen Entführung und dem Prozess. „Wir fühlen uns alleingelassen, auch von der Politik.“ Er kritisiert, dass es bislang keinen Druck vonseiten der deutschen Politik gegeben habe, die mutmaßlichen Entführer auszuliefern. Es gehe ihm nicht um einen Konflikt zwischen Israel und Deutschland, betont Hensel. „Es geht um Strafverfolgung. Ich möchte, dass es aufhört. Ich möchte, dass die Politiker den Rechtsstaat durchsetzen.“
Am Sonntag geht es für Hensel und von der Meden wieder zurück nach Deutschland. Am Montag wird der Prozess gegen Christina Block und die weiteren Angeklagten vor dem Hamburger Landgericht fortgesetzt. Der Prozess ist noch bis ins Frühjahr 2026 terminiert.















