Kölner Verkehrsachse nur einspurig?
Luxemburger Straße: Stadt verteidigt umstrittene Simulation
01.08.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Autoverkehr auf der Luxemburger Straße könnte erheblich eingeschränkt werden. Eine Mikrosimulation soll klären, ob bald ein Fahrstreifen wegfällt.
Die Stadt Köln hält an ihren Plänen zu einer Untersuchung der Verkehrslage auf der Luxemburger Straße fest. Im Rahmen einer Mikrosimulation samt Verkehrszählung, die insgesamt 270.000 Euro kosten soll, möchte die Verwaltung eine Einspurigkeit in beide Fahrtrichtungen prüfen. Aus der Politik hatte es teilweise erhebliche Kritik an den Plänen gegeben.
Auslöser für die neuen Untersuchungen sind Lärmschutzvorgaben. Anwohner hatten teilweise Beschwerde eingelegt, weil durch den Autoverkehr auf der Verkehrsachse Grenzwerte überschritten wurden. Die Stadt Köln führte daraufhin im vergangenen August Tempo 30 im betroffenen Straßenabschnitt ein. Die Lärmbelastung ist für Anwohner allerdings nach wie vor zu hoch, wie ein neues Gutachten zeigt.
Luxemburger Straße in Köln: Stadt verteidigt Verkehrsuntersuchung
Daher plant das Mobilitätsdezernat eine erneute umfangreiche Untersuchung. Konkret könnte pro Fahrtrichtung eine Autospur für den Radverkehr wegfallen. Außerdem sollen Ampelschaltungen angepasst und Rechtsabbiegespuren stillgelegt werden. Laut ersten Prognosen könnte die Lärmbelastung dabei um rund 25 Prozent sinken.
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Auf Anfrage der Kölner Lokalredaktion von t-online verteidigt die Verwaltung ihr Vorgehen. „Die Stadt Köln handelt im politischen Auftrag: So wurden durch Beschlüsse des Verkehrsausschusses weitere verkehrliche Maßnahmen angeregt, die zu einer Reduktion der Lärmbelastung beitragen können“, sagte eine Stadtsprecherin. Diesem Auftrag komme man durch die geplante Mikrosimulation nach.
Die Verwaltung betont dabei, dass eine Einspurigkeit keine beschlossene Sache ist. „Vor der Auswertung der Ergebnisse der Mikrosimulation gibt es keine ‚präferierte Lösung‘ der Verwaltung“, erklärte eine Sprecherin weiter.
Bald nur noch einspurig? Autofahrer befürchten Stauchaos im Kölner Süden
Kritiker befürchten, dass durch die Einspurigkeit dem Kölner Süden ein Verkehrschaos drohen könnte. Schon jetzt sind die Luxemburger Straße und umliegende Straßen stark belastet. Die Hauptverkehrsachse gilt zudem als wichtige Zufahrt aus den umliegenden Kommunen ins Kölner Stadtzentrum.
Alternativen zu einer möglichen Einspurigkeit wurden übrigens geprüft. So standen unter anderem schallabweisende Fensterscheiben oder sogenannter Flüsterasphalt im Raum. Die Stadt erklärte, dass bei der Umsetzung von Maßnahmen stets die Verhältnismäßigkeit für den Einsatz öffentlicher Mittel berücksichtigt werden müsse. „Offenporiger Asphalt ist teuer, kurzlebig und unpraktisch. Gegen den Einsatz sprechen die geringere Lebensdauer, deutlich höhere Anschaffungs- und Sanierungskosten und nachlassende Lärmminderung durch Verstopfung der Poren.“
Der Mobilitätsausschuss soll am 22. September über die geplante Mikrosimulation entscheiden. Bis Ergebnisse vorliegen, wird es einige Monate dauern.














