Der Rhein als Flaschenhals
Manchen Tankstellen geht der Sprit aus
Aktualisiert am 06.10.2026 – 17:22 UhrLesedauer: 1 Min.
An einzelnen Tankstellen wird der Sprit knapp. Der Grund liegt nicht in fehlendem Kraftstoff, sondern in fehlendem Wasser.
An einzelnen Tankstellen in Deutschland wird der Kraftstoff knapp. Von einem grundsätzlichen Spritmangel kann jedoch keine Rede sein. Das Problem ist nicht die Verfügbarkeit von Benzin und Diesel, sondern deren Transport.
Vier Fahrten statt einer
Aufgrund der extrem niedrigen Pegelstände des Rheins können Binnenschiffe laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) momentan nur noch mit etwa 20 bis 25 Prozent ihrer normalen Ladung fahren. Ein übliches 110-Meter-Schiff, das üblicherweise 2.000 bis 3.000 Tonnen Kraftstoff transportiert, muss die Ladung nun auf vier Fahrten aufteilen, um nicht auf Grund zu laufen.
Schiene und Straße können die wegfallenden Transportmengen nicht kurzfristig auffangen: Ein einziges voll beladenes Binnenschiff ersetzt je nach Fracht 100 bis 150 Lkw oder ein bis zwei Güterzüge. Somit wird der Fluss zum logistischen Engpass.

Lieferketten zusätzlich belastet
Zusätzlich wirkte der Tankrabatt wie ein logistischer Brandbeschleuniger. Experten des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V. verweisen auf den ökonomischen Mechanismus: Fällt der hohe Preis als Knappheitssignal weg, schwindet der Anreiz zum Sparen. Der Tankrabatt hat somit zu einer sprunghaften Nachfragesteigerung geführt und damit die ohnehin strapazierten Lieferketten weiter belastet.
Ein schnelles Ende der Logistikkrise ist vorerst nicht in Sicht. Die aktuellen Sechs-Wochen-Prognosen der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) zeigen, dass die Pegelstände am Rhein erst Mitte Oktober wieder signifikant ansteigen dürften. Bis dahin bleibt die Versorgungslage an den Zapfsäulen regional angespannt.















