Steigende Preise
Eine Tankfüllung kostet rund 25 Euro mehr als noch vor einem Jahr
03.08.2026 – 12:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als zwei Euro pro Liter, und kein Ende der Preisrallye in Sicht: Für Autofahrer ist Tanken im Juli wieder zu einer teuren Angelegenheit geworden.
Im Juli sind die Preise für Benzin und Diesel wieder deutlich gestiegen. Für Autofahrer bedeutet das: Regelmäßiges Tanken wird spürbar teurer. Wie stark sich das inzwischen bemerkbar macht, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im Juli durchschnittlich rund 499 Euro – knapp 100 Euro mehr als im Juli 2025. Bei Diesel summierte sich das Plus sogar auf mehr als 112 Euro. Das geht aus einer Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes Clever Tanken hervor.
Auch im Vergleich zum Vormonat legten die Preise deutlich zu. Ein Liter Super E10 kostete im Juli bundesweit durchschnittlich 2,0817 Euro und damit rund 23 Cent mehr als im Juni. Diesel verteuerte sich sogar um knapp 28 Cent auf durchschnittlich 2,0795 Euro je Liter. Damit lagen beide Kraftstoffsorten im Monatsdurchschnitt wieder über der Marke von zwei Euro.
Nach Angaben des Unternehmens wirkten mehrere Faktoren gleichzeitig preistreibend. So begrenze die seit April geltende Tankpreisbremse (umgangssprachlich 12-Uhr-Regel) den Preiswettbewerb zwischen den Tankstellen. Gleichzeitig verteuere das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein den Transport von Kraftstoffen erheblich, weil Tankschiffe vielerorts nur einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung aufnehmen könnten. Im weiteren Monatsverlauf kamen erneut geopolitische Unsicherheiten hinzu, wie etwa der verschärfte Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und Sorgen vor Lieferengpässen ließen die Ölpreise zwischenzeitlich wieder deutlich steigen.
Kaum Preisunterschiede zwischen Benzin und Diesel
Auffällig war im Juli auch der geringe Preisunterschied zwischen Benzin und Diesel. Während Super E10 im Juni noch durchschnittlich 5,46 Cent je Liter mehr kostete als Diesel, schrumpfte der Abstand im Juli auf nur noch 0,22 Cent. Damit war der steuerliche Vorteil von Diesel an den Zapfsäulen praktisch nicht mehr spürbar, obwohl die Energiesteuer auf Dieselkraftstoff weiterhin rund 18 Cent je Liter unter der von Benzin liegt.
Hier war Tanken am günstigsten und am teuersten
Je nach Wohnort mussten Autofahrer unterschiedlich tief in die Tasche greifen. Unter den 20 größten deutschen Städten war Stuttgart mit einem durchschnittlichen Preis von 2,0437 Euro je Liter die günstigste Stadt für Super E10, gefolgt von München und Nürnberg. Am teuersten war erneut Dresden vor Leipzig und Frankfurt am Main. Für vier Tankfüllungen zahlten Autofahrer dort im Schnitt rund 18 Euro mehr als in Stuttgart.
Bei Diesel lag Nürnberg im Juli an der Spitze der günstigsten Tankstädte vor Stuttgart und Leipzig. Dresden war dagegen erneut die teuerste Stadt. Nach Angaben von Clever Tanken gehört die sächsische Landeshauptstadt damit inzwischen seit sieben Monaten in Folge zu den drei teuersten Dieselstandorten Deutschlands.
Für August rechnet Clever-Tanken-Chef Steffen Bock bislang nicht mit einer deutlichen Entspannung. Zwar will die Opec+ ihre Fördermenge erneut anheben. Ob dadurch tatsächlich mehr Öl auf den Weltmarkt gelangt, sei jedoch ungewiss. Gleichzeitig dürften die Sommerferien in allen Bundesländern sowie das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein die Preise weiter stützen. Zudem sei nach den Aussagen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger eine Neuauflage des Tankrabatts derzeit nicht geplant.














