Boah ey, schon über 50!
Weshalb der Opel Manta zum Witz-Auto wurde
Aktualisiert am 05.11.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Sportlich, bezahlbar, alltagstauglich – und inzwischen schon über 50. Warum bis heute viele den Opel Manta B lieben. Und weshalb andere ihn belächeln.
Er war nie das schnellste Auto. Auch nicht das schönste. Aber er versprach einen großen Auftritt zum kleinen Preis. Und er war bei Weitem nicht so lächerlich, wie die Witze behaupten. Der Opel Manta B hat bis heute seine Fans.

Ein Coupé für alle, die auffallen wollten
Der Manta B kam 1975 als Nachfolger des Manta A – und traf einen Nerv. Klare Linien, lange Haube, markante Front: Das Design verzichtete auf Spielereien, zeigte selbstbewusste Sachlichkeit mit einem Hauch von Aggressivität. Ein Facelift 1982 brachte weichere Formen und bessere Aerodynamik, aber der Charakter blieb: sportlich, schlicht, geradlinig.
Sportlich, aber nicht übertrieben
1,6 bis zwei Liter Hubraum, 75 bis 144 PS – der Manta deckte eine breite Palette ab. Besonders beliebt: der GT/E mit 110 PS. Schnell genug für Landstraße und Überholspur, zuverlässig im Alltag. Der Antrieb sorgte für Sicherheit, das Fahrwerk für Laune. Wer mehr wollte, fand im Zubehörhandel unzählige Möglichkeiten zum Nachrüsten.

Warum ein Rochen Pate stand
Der Name Manta stammt vom gleichnamigen Rochen. Designer George Gallion sah Aufnahmen von Meeresforscher Jacques Cousteau und war beeindruckt vom mühelosen Gleiten des Mantarochens. Schnell, elegant, kraftvoll: ein Bild, das zum Auto passte.
Opel positionierte den Manta als Antwort auf den Ford Capri, der wiederum dem Mustang nacheiferte. Das „Longnose Coupé“, wie es intern hieß, wurde zum sportlichen Ableger eines Mittelklassemodells – auffällig, aber bezahlbar. Das Rochen-Logo auf dem Kotflügel war Teil des Konzepts – und machte nebenbei auch das Tier bekannt.

Wie der Manta zum Witz wurde
Der Manta sah aus wie ein Sportwagen – war aber keiner. Genau das machte ihn für viele junge Käufer so attraktiv: Er wirkte schnell, stark, teuer. Dabei war er vor allem erschwinglich. Tiefergelegt, gespoilert, mit Aufklebern und Alufelgen aufgepeppt, wurde der Manta zum Ausdruck eines Lebensgefühls. Und zum Symbol eines Aufstiegs, der oftmals nur äußerlich gelang. Die Diskrepanz zwischen Schein und Sein fiel auf und wurde zur Steilvorlage für Spott. So wurde aus dem Manta mehr als ein Auto: ein Witz auf Rädern.













