Korridorsanierung wackelt
Neue Bahnchefin plant mit weniger Sperrungen
Aktualisiert am 06.10.2026 – 11:57 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Deutsche Bahn will weg vom schlechten Image. Eine Überlegung: Die Bahn plant bei der Sanierung weniger Komplettsperrungen.
Seit gut einem Jahr ist die neue Bahnchefin Evelyn Palla im Amt. Die Managerin aus Südtirol überrascht mit neuen Ideen. So bietet die Bahn ab 1. November das Familienticket dauerhaft an: Familien können im Fernverkehr für 99,99 Euro hin und zurück reisen – Sitzplatzreservierungen inklusive.
Der Staatskonzern kämpft jedoch mit einem schlechten Image wegen Verspätungen und maroder Infrastruktur. Die Arbeiten an der Strecke zwischen Berlin und Hannover verlängern die Fahrzeit bis Ende kommenden Jahres um achtzig Minuten. Mindestens.
Nun soll ein neuer „Infraplan“ das Vorgehen der Bahn transparenter machen, wie die Schieneninfrastruktur Schritt für Schritt besser und verlässlicher werden soll.
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Hinter dem Vorgehen steckt eine Idee aus der Zeit des früheren Verkehrsministers Volker Wissing. Der Staatskonzern soll besser gesteuert werden. Es gibt konkrete Zielvorgaben für die nächsten fünf Jahre. Der neue Infraplan, den das Verkehrsministerium am Dienstag vorstellt, ist aber nur ein Baustein auf dem Weg dahin, dass die Bahn besser wird. Weitere zentrale Maßnahmen sollen folgen. Dabei sind viele Fragen offen.
t-online erklärt das neue Vorgehen.
Worum geht es bei Infraplan?
Das neue Vorgehen soll „Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit in das System Schiene zurückbringen“, heißt es in dem 160-seitigen Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Perspektivisch ist eine gesetzliche Verankerung geplant. Der Infraplan soll sichtbar machen, welche Maßnahmen in den kommenden fünf Jahren durch die Bahn-Infrastruktursparte InfraGO umzusetzen sind, welche in Vorbereitung sind und perspektivisch in die Umsetzung gehen könnten.

Der erste Plan umfasst die Jahre 2026 bis 2030. Es geht um die Sanierung, Digitalisierung und Elektrifizierung von Strecken, Umbaumaßnahmen an Bahnhöfen, Lärmschutz sowie den Aus- und Neubau von Bahnstrecken – dargestellt jeweils in Karten. Werden Ziele verfehlt, soll es eine Nachsteuerung geben. Die jährliche Erstellung des Infraplans solle künftig zeitlich so angelegt sein, dass sie eng mit der Haushaltsplanung des Bundes sowie der Unternehmensplanung der InfraGO verzahnt ist, heißt es.
Wie soll das neue Vorgehen umgesetzt werden?
Mit einem Kennzahlensystem soll die Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur transparent bewertet werden können. Es gibt acht Steuerungskennzahlen des Bundes mit verbindlichen Zielwerten. Dabei geht es zum Beispiel um neu gebaute Gleiskilometer pro Jahr, elektrifizierte Streckenkilometer, lärmsanierte Streckenkilometer und anlagenbedingte Verspätungsminuten.













