Oktober 14, 2026 5:08 p.m. CEST

Bei den anderen Getränkekategorien zeigt sich die Veränderung in den typischen 0,5-Liter-Gebinden wie folgt: Ein halber Liter Energydrink verteuert sich durch die Steuer um 19 Cent und klettert von durchschnittlich 1,69 Euro auf 1,88 Euro, was einer Erhöhung von 11,2 Prozent entspricht.

Für eine 0,5-Liter-Flasche einer gesüßten Fruchtsaftschorle fällt aufgrund des etwas geringeren Zuckergehalts ein Aufschlag von 15 Cent an. Der Preis klettert damit von derzeit rund 1,09 Euro auf 1,24 Euro – ein Zuwachs von 13,8 Prozent. Ein halber Liter Eistee schließlich, der aktuell im Schnitt für 0,89 Euro über das Kassenband geht, kostet nach dem Steueraufschlag von ebenfalls 15 Cent zukünftig 1,04 Euro, was einer Preissteigerung von 16,9 Prozent entspricht.

Energydrinks in einem Getränkeautomaten (Symbolbild): In einer Dose mit einem halben Liter stecken rund 18 Würfel Zucker. (Quelle: IMAGO/Manfred Segerer)

Vorbild Großbritannien: Weniger Zucker durch die Steuer

Wie Hersteller auf eine solche Steuer reagieren können, zeigt der Blick nach Großbritannien, oft als Vorbild für die Reform genannt. Dort gilt bereits seit 2018 eine Abgabe auf Softdrinks, die sich nach dem Zuckergehalt richtet.

Zwischen 2015 und 2024 sank der durchschnittliche Zuckergehalt der betroffenen Getränke um 47,4 Prozent, weil viele Hersteller ihre Rezepturen anpassten, um die Steuer zu umgehen. Laut dem Gesundheitsökonom Karl Emmert-Fees zeigen erste Studien bereits positive Effekte auf das Körpergewicht sowie einen Rückgang der Zahnbehandlungskosten. Ein ähnlicher Effekt ist auch in Deutschland denkbar: Hersteller könnten ihre Getränke zuckerärmer machen oder auf Alternativen setzen, um die neue Steuer zu vermeiden.

Diese Getränke bleiben von der Steuer verschont

Keine Zuckersteuer zahlen dem Beschluss zufolge kleine und unabhängige Hersteller mit einer jährlichen Produktionsmenge von bis zu 70.000 Litern. Zusätzlich hat das Finanzministerium eine Befreiung für Betriebe mit einer Jahresproduktion von bis zu einer Million Litern aufgenommen. Die Europäische Kommission muss diese staatliche Beihilfe allerdings noch genehmigen.

Nach dem heutigen Kabinettsbeschluss wandert der Entwurf nun in den Deutschen Bundestag. Dort können die Abgeordneten im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens noch erhebliche Anpassungen vornehmen. Der Deutsche Brauer-Bund etwa hofft, dass es im parlamentarischen Verfahren noch zu Änderungen kommt.

Erfrischungsgetränke seien für viele Brauereien neben dem klassischen Biergeschäft zu einem zweiten Standbein geworden, erklärt der Dachverband der deutschen Brauwirtschaft. Die geplante Steuer belaste Verbraucher und Betriebe massiv, kritisiert der Verband. Dabei richtet sich die Kritik nicht nur gegen die Zuckersteuer selbst, sondern auch gegen die zusätzliche Mehrwertsteuer: Durch sie nehme der Staat jedes Jahr Hunderte Millionen Euro mehr ein, als die Koalition ursprünglich vereinbart habe.

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