Oktober 14, 2026 6:12 p.m. CEST

Zuckersteuer in Deutschland

Was bringt eine Zuckersteuer für die Gesundheit?


Aktualisiert am 14.10.2026 – 15:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Cola und andere Limonaden: Eine gestaffelte Abgabe je nach Zuckergehalt soll Menschen dazu bringen, weniger Zucker zu konsumieren.

Cola und andere Limonaden: Gestaffelte Aufschläge je nach Zuckergehalt sollen Menschen dazu bringen, weniger Zucker zu konsumieren. (Quelle: rachasuk/getty-images-bilder)

Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll Einnahmen generieren und Millionen Menschen gesünder machen. Ein Blick nach Großbritannien zeigt, welche Effekte sie hat.

Die Bundesregierung hat an diesem Mittwoch die umstrittene Zuckersteuer auf Getränke gebilligt. Laut der Formulierungshilfe, die nun zur weiteren Abstimmung in den Bundestag geht, zahlen Hersteller künftig 26 Cent je Liter für Getränke mit fünf bis weniger als acht Gramm Zucker je 100 Milliliter. Ab acht Gramm Zucker werden 32 Cent fällig.

Die Steuer betrifft zum Beispiel Cola-Getränke, Orangenlimonade, gesüßte Fruchtschorlen, Eistees und Energydrinks. Auch zuckerhaltigen Sirup erfasst die neue Regelung. Einige andere Getränke werden hingegen nicht besteuert. Welche Getränke wie viel teurer werden, lesen Sie in diesem Artikel.

Ziel ist nicht unbedingt, Verbraucher stärker zu belasten. Stattdessen sollen Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte senken. Viele Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer schon seit Langem. Doch was bringt eine Zuckersteuer wirklich für die Gesundheit?

Besteuerung von Softdrinks kann Übergewicht reduzieren

Mediziner und Gesundheitswissenschaftler sehen in einer Zuckersteuer großes Potenzial. Denn eine hohe Zuckeraufnahme erhöht das Risiko für Übergewicht. Dieses wiederum begünstigt Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Depressionen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts leben 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mit Übergewicht, rund 20 Prozent haben starkes Übergewicht (Adipositas) – Tendenz steigend.

Karl Emmert-Fees, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Public Health und Prävention an der Technischen Universität München, erklärt im „Ärzteblatt“: „Tatsächlich zeigen weltweit zunehmend Studien, dass die Besteuerung von Softdrinks zur Reduktion von Übergewicht beitragen kann.“

Michael Stolpe, Leiter für Globale Gesundheitsökonomie am Kiel Institut für Weltwirtschaft, fügt hinzu: „Deutschland sollte die Erfahrungen jener Länder berücksichtigen, die zuckerhaltige Softdrinks bereits besteuern, aber auch eine Ausweitung auf andere besonders zuckerhaltige Lebensmittel erwägen.“ Zudem plädiert er für die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf frisches Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte und ein Verbot von direkt an Kinder und Jugendliche gerichteter Werbung für hoch verarbeitete Lebensmittel.

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Vorbild Großbritannien: Weniger Zucker durch die Steuer

Großbritannien gilt als wichtiges Vorbild. Dort führte die Regierung 2018 eine Abgabe auf Softdrinks ein, die sich nach dem Zuckergehalt richtet. Auf Getränke mit fünf bis acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter fallen umgerechnet etwa 21 Cent pro Liter an, bei acht Gramm oder mehr sind es rund 28 Cent pro Liter.

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