Mythen über Hunderassen
Sind Labrador-Retriever Jagdhunde?
Aktualisiert am 08.09.2025 – 06:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Labrador gilt als freundlich und familientauglich. Doch viele wissen nicht: Die Rasse hat jagdliche Wurzeln. Kommen diese im Alltag durch? Ein Überblick.
Mit ihrem loyalen, sensiblen und anschmiegsamen Gemüt haben sich Labrador-Retriever zu den beliebtesten Hunderassen emporgekämpft. Vor allem als Familienhunde werden sie gerne gehalten. Doch sie sind alles andere als gemütliche Couchpotatoes. Sie brauchen die richtige Auslastung, um entspannt und glücklich sein zu können. Dabei spielt ihr Jagdinstinkt eine tragende Rolle.
Der Labrador-Retriever gehört heute zu den beliebtesten Hunderassen, vorwiegend wegen seines freundlichen Wesens und der vermeintlich einfachen Erziehung. Doch viele unterschätzen dabei seine Herkunft.
Labradore wurden ursprünglich als Apportierhunde für die Jagd gezüchtet. Ihre Aufgabe war es, geschossenes Wild aus dem Wasser oder dem Dickicht zurückzubringen – und zwar, ohne es zu beschädigen.
Diese jagdliche Prägung zeigt sich auch heute noch in vielen Linien. Das bedeutet nicht, dass jeder Labrador automatisch jagt. Aber der Instinkt, sich bewegenden Objekten hinterherzujagen oder Beute zurückzubringen, ist bei vielen Tieren genetisch verankert.
Ein Labrador-Retriever braucht nicht zwangsläufig eine jagdliche Ausbildung, wohl aber eine sinnvolle Beschäftigung. Apportierspiele, Dummytraining und Fährtensuche bieten sich besonders an, um den ursprünglichen Anlagen des Hundes gerecht zu werden.
Wichtig ist: Ohne passende Beschäftigung kann der Hund sich selbst Aufgaben suchen, etwa durch das Zerlegen von Gegenständen oder das Jagen von Wild im Wald. Vor allem junge Labradore sind oft sehr energiegeladen und benötigen klare Strukturen und Regeln.
Der Jagdtrieb lässt sich bei einem Labrador nicht „wegtrainieren“, aber gezielt umlenken. Vor allem bei jungen Hunden lohnt sich der Besuch einer Hundeschule mit Schwerpunkt auf Rückruf, Impulskontrolle und artgerechter Auslastung. Das Ziel ist nicht, den Instinkt zu unterdrücken, sondern ihn kontrollierbar zu machen.
Wichtig ist hier die Wahl der richtigen Trainingsmethode. Positive Verstärkung, Konsequenz und ein gutes Timing sind entscheidend. So lässt sich der Labrador auch ohne Jagdschein in der Familie halten.
Neben der rassespezifischen Prägung spielen auch Umwelt und Sozialisation eine große Rolle dabei, wie sich der Labrador entwickelt. Frühzeitiger Kontakt zu verschiedenen Menschen, Tieren und Situationen hilft, den Hund ausgeglichen und anpassungsfähig zu machen.
Wer dabei Unterstützung sucht, findet in Hundeschulen und bei professionellen Verhaltensberatern hilfreiche Ansprechpartner.














