Zu wenig Fränkisch
So kommt der neue Franken-„Tatort“ bei Lesern an
Aktualisiert am 26.10.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein weiteres neues „Tatort“-Team stellt sich der Leserkritik bei t-online: Felix Voss und Emilia Rathgeber erhalten gute Bewertungen und viel Zuspruch.
„Tatort“-Kriminalhauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) aus Franken bekommt eine neue Kollegin. Nach Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) ermittelt nun Emilia Rathgeber (Rosalie Thomass) mit ihm in Nürnberg und Umgebung. Der erste Fall der beiden hat es in sich: In einem Stundenhotel wird der Travestiekünstler Elias Schaller (Moritz Bock) brutal erstochen aufgefunden. Die Ermittlungen führen zu Elias‘ Eltern (Horst Kummeth und Jule Gartzke) in die Provinz von Gottesgarten.
t-online-Leser haben die Folge bewertet: In der Abstimmung ist die Note 2 die häufigste Einzelwertung. Einige loben den ruhigen Stil des Films – andere sind davon gelangweilt.
Erholung von „Haudrauf-Krimis“
Die beiden Ermittler scheinen gut anzukommen: t-online-Leserin Martina Phillips ist der Meinung, das Duo passe „hervorragend zusammen“, und freut sich auf die nächste Folge. Auch Birgit Graf findet, die Schauspieler Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs harmonierten gut miteinander. Sie lobt zudem das Drehbuch: Die Zusammenarbeit der Figuren sei auffallend respektvoll und ohne unnötigen Streit.
Rahel Küpper-Schmegner gefiel an der Folge, „dass es nachvollziehbar menschlich zuging“. Sie beschreibt den „Tatort“ als ruhig, klug und besonnen. Reinhard Rahusen sieht es ähnlich: Die Folge sei eine Erholung von „Haudrauf-Krimis“ gewesen.
Das ernste Thema findet ebenfalls Anerkennung. Einige Zuschauer heben hervor, dass der Film die Folgen sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige gut aufgreife. Martina Behn schreibt dazu: „Sehr bewegend, wenn man bedenkt, dass dies real passiert und passierte. Stellt sich mal wieder die Frage oder Überlegung, was eigentlich Gerechtigkeit bedeutet. Selbstjustiz ist jedenfalls keine Lösung. Sehr gut wird dargestellt, dass menschliches Leid bleibt; denn schließlich müssen die Leidtragenden damit weiterleben, es gibt kein Vergessen.“
Zu wenig Fränkisch im Franken-„Tatort“
Was einige als angenehm unaufgeregt empfinden, stört andere. Tatjana Winter nennt den Film „Langatmig!“, und Wilfried Marschinke kritisiert fehlende Spannung, lange Gespräche und ein überfrachtetes Thema.
In mehreren Kommentaren wird außerdem beanstandet, dass zu viele Themen gleichzeitig behandelt würden. Ingrid Barbara Hacker zählt auf: „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen mit seinen Folgen, das Thema Suizid, weiters diese toxische Beziehung zwischen den Eltern des Opfers, Vater-Sohn-Konflikt, die Diskriminierung von queeren Menschen, Klatsch und Tratsch im ländlichen Milieu, auch die Hierarchie in der Berufswelt, nebenbei wurde die Kirche erwähnt …“ Sie hätte sich gewünscht, dass ein einzelnes Thema ausführlicher herausgearbeitet worden wäre.
Georg Hofmockel vermisst dagegen das Lokalkolorit: „Zwei Darsteller mit fränkischem Dialekt – es is a weng, weng.“ Emil Wendler und Rainer Kraus würden ebenfalls gerne mehr Fränkisch im Franken-„Tatort“ hören.
Trotz des sich nur langsam aufbauenden Spannungsbogens freut sich Ralf Brum auf weitere Folgen des Teams, und auch Sonja Neuber mag die Ermittler, die mit viel Gespür und Empathie arbeiteten – „Für mich war es ein spannender ‚Tatort‘-Abend!“
