Oktober 10, 2026 10:54 a.m. CEST

Langlebigkeitsrisiko

Ab wann sich die private Rentenversicherung wirklich lohnt


Aktualisiert am 10.10.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 5 Min.

Rentnerin liest ein Buch

Rentnerin liest ein Buch: Lohnt sich die private Rente? Eine Rechnung zeigt den wahren Gewinn. (Quelle: Dobrila Vignjevic)

Private Altersvorsorge klingt fair, doch das wahre Geschäft machen oft nur die, die sehr alt werden. Eine simple Rechnung zeigt, ob sich Ihre private Rente lohnt.

Viele Menschen zahlen jahrzehntelang in ihre private Rentenversicherung ein und vertrauen darauf, damit im Ruhestand ihren Lebensstandard zu sichern. Am Ende steht Ihnen eine lebenslange Rente zu, die sich allerdings nach komplizierten Formeln und dem Rentenfaktor berechnet.

Doch wie viele Jahre müssen Sie tatsächlich leben, damit Ihre private Rentenversicherung mehr zurückzahlt, als Sie eingezahlt haben? Oder anders gefragt: Wann lohnt sich eine private Rentenversicherung wirklich?

Rentabilität der Rentenversicherung berechnen

Wer herausfinden möchte, ob sich seine private Rentenversicherung lohnt, muss vor allem folgende einfache Rechnung kennen. Im Kern geht es bei der Frage darum, wie viele Jahre jemand Rente beziehen muss, damit er mindestens sein angespartes Kapital herausbekommt.

Angenommen, am Ende der Ansparzeit stehen Ihnen 100.000 Euro angespartes Kapital zur Verfügung. Der sogenannte Rentenfaktor legt fest, wie viel monatliche Rente die Versicherung pro 10.000 Euro Guthaben auszahlt. Liegt der Rentenfaktor bei 30, zahlt die Versicherung 300 Euro monatlich für diese 100.000 Euro Guthaben. Alles, was Sie über den Rentenfaktor wissen sollten, lesen Sie hier.

Teilen Sie das angesparte Kapital durch die jährliche Rente, zeigt sich schnell, wie lange Sie mindestens leben müssten, damit sich der Vertrag rechnet.

  1. Kapital bestimmen: Wie viel haben Sie insgesamt angespart? Zum Beispiel: 100.000 Euro.
  2. Monatliche Rente ausrechnen: Diese hängt vom Rentenfaktor ab. Beispiel: Rentenfaktor = 30. Das heißt, Sie bekommen 30 Euro monatliche Rente pro 10.000 Euro Kapital. Bei 100.000 Euro wären das: 100.000 geteilt durch 10.000 = 10. 10 × 30 Euro = 300 Euro Rente pro Monat.
  3. Jahresrente berechnen: 300 Euro × 12 Monate = 3.600 Euro Jahresrente.
  4. Break-even-Alter ausrechnen: Ihr eingezahltes Kapital geteilt durch die Jahresrente zeigt Ihnen, wie viele Jahre Sie Rente beziehen müssen, um Ihr Kapital zurückzubekommen: 100.000 geteilt durch 3.600 = 27,78 Jahre

Bedeutet: Bei einer Rente von 3.600 Euro im Jahr (300 Euro pro Monat) dauert es etwa 27,8 Jahre, bis die 100.000 Euro vollständig ausgezahlt sind. Wer mit 67 Jahren in Rente geht, müsste also gut 95 Jahre alt werden, um auf null herauszukommen. Erst alles darüber hinaus ist ein echter Gewinn. Bei einem niedrigeren Rentenfaktor (zum Beispiel 20) verlängert sich diese Zeit erheblich.

Zinsen schön und gut: Dann haben Sie Ihr eigenes Geld zurück

In puncto Rentabilität ist die obige Rechnung unter Berücksichtigung von möglichen Zinsen und Überschüssen allerdings lediglich eine Schätzung. Denn die 100.000 Euro, die am Ende im Vertrag stehen, müssen nicht dem Betrag entsprechen, den Sie über viele Jahre hinweg tatsächlich eingezahlt haben.

Das bedeutet: Wer weniger eingezahlt hat, muss nicht unbedingt so alt werden, wie die reine Kapitalrückfluss-Rechnung vermuten lässt. Je höher die erwirtschafteten Überschüsse, desto schneller lohnt sich der Vertrag – zumindest rein rechnerisch.

Die 100.000 Euro Guthaben in Ihrem Vertrag bestehen meist aus:

  • eigenen Einzahlungen (etwa monatliche Beiträge über viele Jahre),
  • sowie Zinsen oder Überschussbeteiligungen (je nach Vertrag, Garantiezins etc.).

Wenn Sie also eine realistische Einschätzung haben wollen, ob sich die Versicherung rechnet, müssen Sie vergleichen:

  • Wie viel habe ich insgesamt tatsächlich eingezahlt?
  • Wie viel bekomme ich (voraussichtlich) insgesamt an Rente heraus?
Aktie.
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