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Der Fall eines Lehrers aus Nordrhein-Westfalen sorgt seit Jahren bundesweit für Schlagzeilen. Die 62-Jährige ist seit 2009 dauerhaft krankgeschrieben, bezieht aber in dieser Zeit weiterhin ihr volles Gehalt als verbeamtete Lehrerin. Gegen die Zwangspensionierung geht sie nun gerichtlich vor – denn das würde bedeuten, dass sie in Zukunft nur noch ihre Rente erhalten würde.
Zuletzt war die Lehrerin an einem Berufskolleg in Wesel tätig. Laut WDR und SpiegelSie legte jahrelang ärztliche Atteste vor, in denen sie eine psychische Erkrankung anführte. Eine amtliche ärztliche Begutachtung wurde zunächst nicht angeordnet. Erst in diesem Jahr kam ein Amtsarzt zu dem Schluss, dass mit einer Rückkehr zum Lehrbetrieb innerhalb der nächsten sechs Monate nicht zu rechnen sei.
Die Bezirksregierung Düsseldorf ordnete daraufhin Ende Mai die Versetzung des Beamten in den Ruhestand an. Gegen diese Entscheidung habe der 62-Jährige mittlerweile Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht, bestätigte das Gericht.
Bis zur Entscheidung über die Klage erhält sie Zahlungen in Höhe ihrer Rente. Nach Angaben der Bezirksregierung werden derzeit über ihren Rentenanspruch hinausgehende Beträge einbehalten. Sollte die Lehrerin mit ihrem Anspruch Erfolg haben, müssten diese Zahlungen nachträglich ausgezahlt werden.
Verdacht auf Betrug und Disziplinarverfahren
Gleichzeitig beschäftigt der Fall auch die Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Es besteht der Verdacht, dass der Lehrer sich zumindest zeitweise fälschlicherweise als dienstuntauglich bezeichnete und während seiner Krankschreibung als Heilpraktiker tätig war.
Bereits im März durchsuchten Ermittler ihre Wohnung und beschlagnahmten Dokumente und digitale Speichergeräte. Entsprechend SpiegelEs wurden potenziell relevante Beweise gefunden, die derzeit analysiert werden. Die Ermittlungen erstrecken sich über einen Zeitraum von vier Jahren, da nun etwaige ältere Tatvorwürfe verjähren können.
Gegen den Lehrer und gegen einen Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf läuft außerdem ein Disziplinarverfahren. Ihm wird vorgeworfen, es jahrelang versäumt zu haben, eine ordnungsgemäße Prüfung der angeblich dauernden Dienstunfähigkeit einzuleiten.
Der Fall hat eine bundesweite Debatte über die Kontrolle von Beamten ausgelöst, die sich über einen längeren Zeitraum im Krankheitsfall befinden. Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) bezeichnete die Ereignisse bereits im vergangenen Jahr als „unentschuldbar“ und „in ihrem Ausmaß unverständlich“.














