September 16, 2026 4:05 a.m. CEST

Streit bei „Maischberger“

SPD-Minister wirft Wagenknecht vor, mit der AfD zu kuscheln


16.09.2026 – 03:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Sahra Wagenknecht (BSW): Bei „Maischberger“ verteidigte Wagenknecht die Position ihrer Partei zur AfD. (Quelle: Sven Kaeuler/dpa/dpa-bilder)

Das BSW als Steigbügelhalter der AfD? Bei Maischberger liefern sich Sahra Wagenknecht und Carsten Schneider dazu einen leidenschaftlichen Schlagabtausch.

Sowohl Sahra Wagenknecht als auch Carsten Schneider seien in Thüringen geboren, informierte Sandra Maischberger bei ihrer Gesprächseröffnung. Es blieb so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit zwischen der BSW-Gründerin und dem SPD-Umweltminister. Schon bei der Einstiegsfrage, wie mit den abermals gestiegenen Spritpreisen umzugehen sei, lagen ihre Meinungen weit auseinander.

Zwar kündigte Schneider an, die Bundesregierung werde „jetzt was tun“, um die Bürger zu entlasten und der neuerlichen Eskalation im Nahen Osten Rechnung zu tragen. Er sprach von einer Mischung aus „ordnungspolitischen Eingriffen“ und steuerlichen Entlastungen, stellte aber auch klar, dass man „nicht dauerhaft gegen Weltmarktpreise ansubventionieren“ könne: „Mittelfristig müssen wir raus aus Öl und Gas.“

Die Gäste

  • Carsten Schneider (SPD), Bundesumweltminister
  • Sahra Wagenknecht (BSW), Parteigründerin
  • Reiner Haseloff (CDU), Ex-Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
  • Cherno Jobatey, Journalist und Moderator
  • Susann Reichenbach, Journalistin (MDR)
  • Christoph von Marschall, Journalist („Der Tagesspiegel“)

Wagenknecht dagegen forderte – wie es auch die AfD tut – die Senkung aller Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel sowie eine Preisobergrenze von 1,50 Euro pro Liter. Wie das finanziert werden könnte, sagte sie nicht, hob aber zu Fundamentalkritik an: „Diese ganze Energiepolitik ist so abgrundtief unehrlich.

Wir haben einen Umstieg gemacht von russischem Pipeline-Gas auf amerikanisches Fracking-Gas.“ An dieser Stelle hakte Schneider ein: „Warum?“ Wagenknecht antwortete: „Weil Sie Sanktionen verhängt haben.“ Schneiders Richtigstellung, dass vielmehr der russische Präsident Wladimir Putin im Jahr 2022 den Hahn zugedreht habe, um Deutschland mit seiner Abhängigkeit zu erpressen, brachte sie nicht von ihrem Weltbild ab.

Schneider möchte „auf gar keinen Fall unter Moskaus Joch“

„Die Russen haben immer wieder angeboten, in Verhandlungen einzutreten“, erklärte die BSW-Gründerin. Sie bedauerte, dass es inzwischen nur noch einen intakten Strang der Nord-Stream-Pipelines gebe: „Die anderen wurden ja von unseren ukrainischen Freunden weggesprengt.“ Wagenknecht setzte sich dafür ein, mit Russland wieder in Dialog zu treten, statt weiterhin „die Kriegsmaschinerie Trumps mit irrwitzigen Summen zu schmieren“.

Schneider stellte klar: „Das meiste Gas, das wir kaufen, ist leitungsgebundenes Erdgas aus Norwegen.“ Als Wagenknecht von ihm wissen wollte, ob er dafür wäre, von Russland wieder Gas zu beziehen, wenn Putin es liefern würde, hatte der Minister eine klare Antwort: „Nein. Weil ich auf gar keinen Fall unter Moskaus Joch möchte. Vielleicht möchten Sie das?“

Während Schneider nun Eindrücke von seiner jüngsten Ukraine-Reise schilderte, von Menschen berichtete, die um ihr Leben und für ihre Freiheit kämpften, hielt Wagenknecht dagegen, dass dort junge Männer gegen ihren Willen an die Front geschickt würden.

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