Antisemitischer Aushang
Aufregung in Flensburg: Schild verbietet Juden Zutritt zu Laden
18.09.2025 – 11:17 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein antisemitischer Aushang schockiert Flensburg. Die Grünen fordern eine schnelle Reaktion.
Ein in ein Schaufenster geklebtes Schild verbietet Juden in Flensburg den Zutritt zu dem Geschäft. Das berichtet mehrere Lokalmedien übereinstimmend. Auf dem Schild steht: „Juden haben hier Hausverbot!!!!“ In einer etwas kleineren Schrift heißt es darunter weiter: „Nichts Persönliches, auch kein Antisemitismus, kann euch nur nicht ausstehen.“
Wie der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ schreibt, wurde das Plakat von Ladenbesitzer Velten Reisch persönlich aufgehängt. Der 60-Jährige erklärt dem Lokalmedium, dass er den Antisemitismus-Vorwurf nicht verstehe – er begründet den Zettel mit dem Gaza-Krieg. „In Israel leben nun mal Juden, und ich kann ja nicht unterscheiden, wer für die Angriffe oder dagegen ist“, erklärt er.
Die Flensburger Politik reagierte auf den Vorfall entsetzt. Der Kreisverband der Grünen teilte etwa mit, dass das Schild „die Verbrechen des NS-Regimes“ relativiere und „das Fundament unserer offenen Gesellschaft“ gefährde. Die Kreisvorsitzende Annabell Pescher forderte schnelle Ermittlungen durch die zuständigen Behörden.
Auch auf Landesebene findet der Vorfall Beachtung. Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Jan Kürschner, sieht einen klaren Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Er habe nach eigenen Angaben bereits Kontakt mit dem Innenministerium aufgenommen, um den Fall politisch weiterzuverfolgen.
Die frühere Flensburger SPD-Oberbürgermeisterin Simone Lange äußerte sich in einem Facebook-Video zu dem Vorfall. Sie erklärte, sie habe Anzeige erstattet und rief zur Solidarität mit der jüdischen Gemeinde auf. Derartige Vorfälle müssten konsequent geahndet werden.















