September 29, 2026 6:42 p.m. CEST

Das steckt hinter dem Bayern-Wirbel

Rummenigge-Attacke auf Hoeneß und Hainer


29.09.2026 – 17:11 UhrLesedauer: 4 Min.

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Karl-Heinz Rummenigge: Der ehemalige CEO ist mittlerweile im Aufsichtsrat des FC Bayern. (Quelle: IMAGO/Spada/LaPresse/imago)

Karl-Heinz Rummenigge löst mit einem brisanten Interview ein Beben beim FC Bayern aus. Er rüffelt dabei auch Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer.

So ruhig und harmonisch, wie es aktuell beim FC Bayern zugeht, war es in den turbulenten vergangenen Jahren schon lange nicht mehr. Von Sommertheater oder gar dem „FC Hollywood“ ist beim Rekordmeister momentan eigentlich keine Spur.

Nachdem sich die Nationalspieler in die neue dreiwöchige XXL-Länderspielpause verabschiedeten, haben die Verantwortlichen nun erst mal ein wenig Zeit zum Durchatmen. Der Fokus der Öffentlichkeit liegt derzeit schließlich nahezu komplett auf der deutschen Nationalelf und den ersten Spielen von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp.

Auf den ersten Blick scheinen sich die Dinge bei Bayern aus interner Sicht also momentan nahezu auf einen Idealzustand zuzubewegen. Doch der Schein trügt. Das machte der ehemalige Vorstandschef und aktuelle Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der Münchner „Abendzeitung“ unmissverständlich deutlich.

Rummenigge löst Bayern-Beben aus

Inmitten des ganzen öffentlichen Trubels um Klopp schlug das extern zwar noch nicht allzu hohe Wellen. Intern und im Münchner Umfeld löste Rummenigge damit aber mächtig Unruhe aus. Warum? Weil er darin erstens bestätigte, dass er Sportvorstand Max Eberl, über dessen Vertragsverlängerung der Aufsichtsrat Ende August abgestimmt hatte, als Einziger seine Stimme verweigerte. Und zweitens auch noch Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Herbert Hainer für ihre Vorgehensweise in der Causa Eberl kritisierte.

Karl-Heinz Rummenigge: Der langjährige Vorstandschef des FC Bayern sitzt immer noch im Aufsichtsrat des Klubs. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Er habe lange darüber nachgedacht, „ob ich bei der Verlängerung mit Max mit ‚Nein‘ stimmen soll“, sagte Rummenigge. Erst im Verlauf der Sitzung habe er sich dann für die Enthaltung entschieden. Wie zu vernehmen ist, soll vor allem Aufsichtsratschef und Präsident Hainer dabei erfolgreich auf Rummenigge eingewirkt und die Gegenstimme letztlich doch noch verhindert haben.

Das gelang, obwohl Rummenigge das Vorgehen von Hainer und dem gesamten Aufsichtsrat im Umgang mit der Personalie Eberl deutlich missfiel. Rummenigge „irritierte“, wie er sagte, dabei vor allem, dass der Eindruck entstanden sei, der Präsidialausschuss habe die Vertragsverlängerung bereits im Vorfeld quasi entschieden. Und habe diesen Beschluss dann bei der Sitzung nur noch an die übrigen vier Mitglieder des Aufsichtsrats weitergeben wollen. Damit sprach er Hoeneß und Hainer zwar nicht namentlich an, zielte aber mit seiner Kritik trotzdem ganz klar genau auf die beiden, die dem genannten Gremium neben Vertretern der Bayern-Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz angehören.

Rummenigge rüffelt Hoeneß

Dass sich der Präsidialausschuss für eine Eberl-Verlängerung ausgesprochen hatte, war bereits vor der Aufsichtsratssitzung an die Öffentlichkeit gelangt. Außerdem hatte sich Hoeneß bereits Anfang August am Rande des Tegernsee-Trainingslagers der Bayern dazu hinreißen lassen, Eberls Chancen auf eine Vertragsverlängerung auf 100 Prozent zu beziffern. Vor zwei Wochen gab Hoeneß bei einer Veranstaltung der Bayern-Basketballer zu: „Da habe ich genug Ärger gehabt intern mit meinen 100 Prozent.“

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