Seit rund 70 Jahren steht er im Rampenlicht: Roberto Blanco. Im Interview rechnet er mit der heutigen Fernsehbranche ab – und erteilt einem Karriereende eine Abfuhr.
Er war dabei, als Shows noch „Straßenfeger“ waren und das Fernsehen regelmäßig zweistellige Millionenreichweiten erzielte. Roberto Blanco hat als Entertainer ganze Generationen begleitet – und den Wandel des Showgeschäfts hautnah miterlebt. Warum er heute auf manche Formate bewusst verzichtet, bei anderen aber mit Freude auftritt, so wie an diesem Donnerstag beim „Heidifest“ auf ProSieben, erzählt er im Interview mit t-online.
t-online: Herr Blanco, wenn man heute über große Showmaster spricht, fallen Namen wie Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella. Sie erlebten noch Dieter Thomas Heck oder Peter Alexander. Eine andere Welt?
Roberto Blanco: Absolut. Das war eine andere Zeit. Dieter Thomas Heck, Heinz Schenk, Peter Alexander – das waren Shows! Riesenquoten, echte Straßenfeger. Wir hatten 17 oder 18 Millionen Zuschauer – stellen Sie sich das mal vor. Ich war dabei, mit meiner eigenen Sendung „Ein Abend mit Roberto“ – da haben alle zugeschaut. Heute ist das Fernsehen anders geworden.
Nur anders oder auch unattraktiver?
Früher war Fernsehen das Medium Nummer eins – und dementsprechend viel Geld floss in die Produktion. Dass heute an allen Ecken und Enden gespart werden muss, bleibt den Zuschauern nicht verborgen.
Ist die heutige Showlandschaft wirklich so schlecht?
Ich freue mich für die, die es heute machen – Giovanni Zarrella kenne ich lange, auch Florian Silbereisen habe ich mal erlebt, da hat er in einer Show sogar Akkordeon gespielt. Aber die Möglichkeiten, dick aufzutragen, sind heute viel begrenzter. Früher gab es viele große Sendungen, heute ist alles fragmentierter.
Trotzdem waren Sie noch nie bei Giovanni Zarrella in der Show. Woran liegt das?
Ach, man kann nicht überall sein. Ich habe viele Shows gemacht – „Fernsehgarten“, „Immer wieder sonntags“, so viele Formate. Aber das Angebot muss stimmen. Vielleicht kommt es noch. Ich wünsche ihm jedenfalls viel Erfolg.
Auch bei Florian Silbereisen waren Sie sehr lange nicht.
Wissen Sie: Ich hege keinen Groll und habe nicht unendlich viel Zeit. Überall auftreten und das mit 88 Jahren: Nein danke, das muss nicht sein.
Dafür treten Sie nun bei ProSieben auf, ausgerechnet in einer Show von Heidi Klum. Wieso das?
Heidi hat mich angerufen – da sagt man natürlich nicht nein. Ich kenne sie seit vielen Jahren, auch ihre Eltern. Wenn sie eine Show macht und sagt: „Roberto, ich will, dass du auftrittst“ – dann sage ich ja. Ich darf da einen meiner Songs singen, das ist für mich entscheidend. Und ja – sie zahlen gut, das gehört auch zur Wahrheit dazu.














