Talk im „Kölner Treff“
Wann wird endlich alles wieder besser, Robert Habeck?
17.10.2026 – 15:20 UhrLesedauer: 3 Min.

Habeck zeigt sich im „Kölner Treff“ gelöst, sortiert und optimistisch. Als Privatmann erzählt er, was ihm nach der Politik wieder Halt gibt und wie es um Deutschlands Zukunft bestellt ist.
Es geht dem früheren Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck wieder richtig gut. Diesen Eindruck konnte man bei seinem Auftritt im „Kölner Treff“ am Freitag leicht gewinnen. In der Show wurde ein Einspieler gezeigt, der an seine finalen Tage als Vizekanzler erinnern sollte. In diesem machte er einen fahrigen Eindruck, erzählte, wie er aus Zeitnot Müsli mit Wasser aß, seine frisch gewaschene Wäsche fünf Tage lang warten ließ, und den Abwasch sogar zehn. Seine Frau habe damals auch nicht sehen sollen, wie er „untergehe“, sagte er in dem Einspieler zu Journalist Markus Feldenkirchen.
Am Freitag zeigte er sich aber von einer ganz anderen Seite: sortiert, mit einem neuen „Spiegel“-Bestseller im Gepäck und optimistisch, was die Zukunft angeht. Er verriet sogar, dass die Leute ihm wieder zunehmend wohlwollend begegneten – sogar „mit ansteigender Tendenz“. Außerdem sagte er, dass er mit seiner neuen Rolle als Privatperson sehr zufrieden sei. Es tue ihm gut, selbstbestimmt zu leben, seine Bahntickets selber zu buchen, Hotelzimmer zu reservieren und auch seine eigene PIN-Nummer wieder zu kennen.
Habeck: In der Spitzenpolitik verliert man sein „normales Leben“
Als Spitzenpolitiker, so sagte er, habe er das normale Leben ein Stück weit verloren. In dieser Rolle befinde man sich immerzu in einem Kokon. Er sei von allem abgeschirmt worden, aus Sicherheitsgründen zum einen, aber auch aus Effizienzgründen. Dabei sei er ein Mensch, der immer gern zu den Handballspielen seiner Söhne gegangen sei und sich auch immer gut mit den Nachbarn verstanden habe.

Jetzt, wo er das Amt nicht mehr innehabe, könne er auch endlich wieder nur für sich selbst sprechen, ohne Koalition im Nacken, ohne jedes Wort abzuwägen und diplomatische Konsequenzen zu fürchten. „Das ist natürlich auch nicht uncool“, sagte er. Und dann scherzte er noch darüber, wie er nach seinem letzten Auftritt im „Kölner Treff“ mit Autorenkollegen Rocko Schamoni und Regisseur Fatih Akin noch um die Häuser gezogen war und das Getränk „Wodka-Schorle“ kennengelernt habe. „Wie Rhabarber-Schorle, nur dass man statt Rhabarber Wodka nimmt“, sagte er zu Moderator Micky Beisenherz und schmunzelte.
Robert Habeck: „I told you so!“
Über seine Zeit als Vizekanzler verlor Habeck kein böses Wort mehr. Nur den Hass der Leute auf Wärmepumpen erwähnte er am Rande, über den er sich rückblickend immer noch wundere. Damals habe es immer geheißen: „Was ist das für eine komische Technik?“ – „Und heute sind die Dinger ausverkauft“, sagte Habeck und schmunzelte. „I told you so“, sagte er. Auf Deutsch: „Ich habe es euch doch gesagt.“
Als Robert Habeck seinem Verlag „Kiepenheuer und Witsch“ angekündigt habe, er wolle ein neues Buch schreiben, soll der Verlag nach Habecks Angaben zunächst gehofft haben, es seien geheime Einblicke in die Arbeit der Ampel. Micky Beisenherz warf ein: Schon im Buch von Angela Merkel habe „der Schmutz“ gefehlt, und jetzt schreibe der Habeck auch noch über die Arktis.














