Staatsschutz ermittelt
Rassismus-Skandal im Rheinland erschüttert Karneval
13.08.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Rassismus-Skandal führt im Siegburger Karneval zu Empörung. Auch Karnevalisten aus Köln schalten sich ein – und der Staatsschutz ermittelt.
Dieser Skandal erschüttert den rheinländischen Karneval: Am Montag veröffentlichte das Siegburger Karnevalskomitee eine Stellungnahme zu einem Gründungsmitglied der Siegburger Ehrengarde – und das hat es in sich. In dem Statement geht das Komitee auf Äußerungen ein, die ein (nun ehemaliges) Mitglied auf Facebook getätigt haben soll. Zuerst hatte der „Express“ über den Fall berichtet.
Das Mitglied der Ehrengarde, einst auch Karnevalsprinz von Siegburg, soll einen Beitrag der Wohltätigkeitsorganisation „Friedensdorf International“ kommentiert haben, in dem es um eine Frau ging, die bei einer Flut in Afghanistan schwer verletzt wurde. Der Siegburger Karnevalist soll unter den Beitrag geschrieben haben: „Was haben wir damit zu tun? Es interessiert doch nicht, was mit diesen Kreaturen passiert. Es ist menschlicher DNA-Müll. Wir haben in unserem Land genug für unsere deutsche Bevölkerung zu tun.“
Siegburger Ehrengarde und Karnevalskomitee reagieren deutlich
Nachdem mehrere Facebook-Seiten den Kommentar aufgegriffen hatten, erreichte er auch das Karnevalskomitee und die Siegburger Ehrengarde. Dessen Präsident distanzierte sich im Gespräch mit dem „Express“ klar von den Aussagen, die das ehemalige Mitglied getätigt haben soll. So sei spontan eine außerordentliche Sitzung des Vorstands einberufen worden, bei der das Mitglied aus der Karnevalsgesellschaft ausgeschlossen wurde.
Und auch das Karnevalskomitee zieht Konsequenzen. So werde der Mann in Zukunft von allen Veranstaltungen des Komitees ausgeschlossen. „Ein Besuch selbst als Privatperson ist ebenfalls nicht gewünscht und wird von uns nicht akzeptiert“, heißt es in der Stellungnahme des Komitees. Der Mann habe sich zwar entschuldigt. Doch diese Entschuldigung habe den Eindruck erweckt, dass sie nur durch den Druck von außen entstanden sei. „Das ändert aber nichts an dem Gedankengut“, heißt es weiter.
Auch Kölner Büttenredner schalten sich ein
Auch die beiden Kölner Büttenredner Volker Weininger („Der Sitzungspräsident“) und Jörg Runge alias „Dä Tuppes vum Land“ äußerten sich in den Sozialen Medien zu dem Fall. „Das ist so widerlich und menschenverachtend“, schreibt Weininger auf Facebook. „Ich hoffe, dass das für ihn schleunigst und harte Konsequenzen hat.“
Auch Jörg Runge findet deutliche Worte: „Ich bin erschüttert, wütend und traurig zugleich“, schreibt der Karnevalist. „Wie kommt man zu so einem Gedankengut?“ Laut Runge komme es heute „mehr als je zuvor“ darauf an, Haltung gegen extremistische Ideologien zu zeigen. „Ich stehe für ein demokratisches, vielfältiges, buntes und tolerantes Land“, schreibt er weiter. „Und ich stehe für Menschlichkeit. Alles andere hat für mich keinen Platz.“














