Juli 31, 2026 8:36 p.m. CEST

Niedrigwasser in der Donau

„Das hat sich zugespitzt“


31.07.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 3 Min.

Niedrigwasser Donau

Ausgetrocknete Donau: Der 2.850 Kilometer lange Fluss verläuft durch mehrere europäische Länder. (Quelle: Armin Weigel/dpa/dpa-bilder)

Die Donau führt an mehreren Stellen so wenig Wasser wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Folgen sind weitreichend.

Die Donau hat einen rekordniedrigen Wasserstand erreicht. An der Messstelle im bayerischen Pfelling liegt der Pegel nach Daten von Elwis, dem Informationssystem der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, bei 216 Zentimetern. Er unterschreitet damit den bisherigen Tiefstwert von 221 Zentimetern aus dem August 2022. Während das Niedrigwasser weiter flussabwärts die Wirtschaft lahmlegt, trifft es in Deutschland vor allem den Flusskreuzfahrtmarkt.

Der Stuttgarter Reiseveranstalter Nicko Cruises hat seit Mitte Juli bereits zwölf Donaufahrten abgesagt. „Wir bemerken schon länger die Auswirkungen der hohen Temperaturen und des geringen Niederschlags, aber das hat sich in den vergangenen zwei Wochen zugespitzt“, sagte Unternehmenssprecherin Sandra Huck t-online.

Flusskreuzfahrten werden abgesagt

Engstellen überwindet das Unternehmen sonst mit einem Schiffstausch: Die Gäste verlassen ihr Schiff, machen mit dem Bus eine Sightseeing-Tour und steigen weiter flussabwärts auf ein Schwesterschiff um. Inzwischen gibt es dafür jedoch zu viele Engstellen. „Das hätte nichts mehr mit einer Flusskreuzfahrt zu tun, wenn die Gäste ausschließlich im Bus sitzen“, sagte Huck.

Flusskreuzfahrtschiff von Nicko Cruises in Regensburg auf der Donau. (Quelle: IMAGO/Manfred Segerer/imago)

Die jüngste Absage kam kurzfristig. Die „Belvedere“ sollte am vergangenen Montag ab Passau starten, doch das Schiff kam wegen der Wasserstände nicht mehr dorthin. Das Unternehmen musste auch die Abreise der Gäste organisieren, die sich von der letzten Reise noch an Bord befanden. Betroffene Kunden bekamen Erstattungen.

Einen größeren wirtschaftlichen Schaden erwartet Nicko Cruises jedoch nicht. Das Unternehmen betreibt sieben Schiffe mit je 229 Plätzen und bietet rund 800 Abfahrten im Jahr an; zehn bis 15 ausgefallene Fahrten bewegen sich nach Hucks Worten im verkraftbaren Rahmen. „Wir machen das seit 35 Jahren, und das Niedrigwasser ist ein Phänomen, mit dem wir leben.“

Große Teile der Donau sind nicht ausgebaut

Unpassierbar seien vor allem Fahrten zum Donaudelta und zum Schwarzen Meer, sagte Huck. Betroffen sei aber auch die Strecke von Passau nach Budapest. „Je südlicher, desto schwieriger.“

Der Grund dafür liegt im Ausbauzustand des Flusses. Auf weiten Strecken in Deutschland und Österreich stauen Wehre das Wasser auf und halten den Pegel weitgehend unabhängig davon, wie viel Wasser der Fluss gerade führt. Zum Nadelöhr wird in Deutschland deshalb der nicht ausgebaute Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen: Auf diesen rund 69 Kilometern müssen die Schiffsführer ihren Tiefgang täglich neu an den Wasserstand anpassen.

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