Juli 31, 2026 9:28 p.m. CEST

Er wollte sich die Scheidungskosten sparen

Mann wirft Ehefrau aus 22. Stock in den Tod


31.07.2026 – 16:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Das „Leonardo Hotel“ im Frankfurter Süden (Archivbild): Hier stürzte ein Mann seine Ehefrau in den Tod. (Quelle: Google Maps)

Ein Mann fasst einen skrupellosen Plan: Er stößt seine Frau in den Tod – und stellt das Ganze als Sexunfall dar. Nach der Tat mimt er den Trauernden und sammelt Spendengelder ein.

Das Landgericht in Frankfurt hat am Freitag einen 60-jährigen Mann wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im Frühjahr 2023 seine damalige Ehefrau von einem Balkon im 22. Stock eines Frankfurter Hotels rund 60 Meter in die Tiefe gestoßen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mann soll die 40-jährige Frau „wie einen Müllsack“ entsorgt haben, wie der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung sagte. „Ihr Verhalten steht sittlich auf niedrigster Stufe“, sagte er in Richtung des Täters. Dieser hatte sich in dem gesamten Prozess nicht geäußert.

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Mord im Hotel: Zeugen hörten Schreie: „Nein, nein“

Laut den Ermittlungen hatte der Mann eine Affäre mit einer anderen Frau. Diese habe von ihm verlangt, sich von seiner Ehefrau zu trennen. Einen Tag vor der Tat buchte der Mann eine Nacht in einem Hotel. Hotelgäste hörten einen lauten Schrei und die Rufe „Nein, nein“. Als die Leiche der Frau später entdeckt wurde, war sie fast nackt.

Der 60-Jährige hatte angegeben, der Sturz sei ein Unfall beim Sex auf dem Balkon gewesen. Doch die Ermittlungen ergaben, dass der Mann im Internet gezielt nach unauffälligen Tötungsarten suchte. Zwei Jahre nach dem Mord, im April 2025, erließ ein Gericht schließlich Haftbefehl gegen den Mann.

Er habe seine Ehefrau zum Objekt erniedrigt und aus dem Weg geschafft, um ein ungestörtes Leben mit seiner Affäre führen zu können – so formulierte es der Vorsitzende Richter laut dem Nachrichtensendung „Hessenschau“. Mit der Tat habe er sich auch eine teure Scheidung sparen wollen.

Täter sammelte Spenden für sich und die neue Familie

Der Verurteilte und das Opfer waren elf Jahre lang verheiratet und lebten mit den zwei gemeinsamen Kindern in einem Einfamilienhaus in Rodgau (Landkreis Offenbach). Nach der Tat baute sich der 60-Jährige mit seiner damaligen Affäre und seinen beiden Kindern aus der Ehe ein neues Leben auf. Die Affäre des Mannes soll laut Staatsanwaltschaft mehr als 20 Jahre jünger gewesen sein. Laut „Frankfurter Rundschau“ arbeitete der Mann als Manager bei Fraport, der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens.

Laut „Hessenschau“ sammelte der Mann nach dem Tod seiner Ehefrau sogar Spenden für sich, seine neue Partnerin und die Kinder: Mehr als 10.000 Euro seien dadurch zusammengekommen.

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