Öffentliches Coming-out
Rapper Danger Dan spricht erstmals über Beziehung mit einem Mann
26.09.2026 – 20:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Musiker hat in einem Interview sehr persönliche Worte verloren: Danger Dan thematisiert seine sexuelle Orientierung.
Danger Dan hat in den vergangenen Jahren vor allem mit politischen Botschaften in seiner Musik und klaren Statements gegen Rechtsextremismus auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt sorgte sein Song „Keine Angst“ für Aufruhr, weil er damit nicht im ZDF auftreten durfte. In seinen Texten geht es aber oft auch um ganz persönliche Themen.
Für sein neues Album habe er „viele Lieder geschrieben, an die ich mich vorher nicht getraut habe“, sagte der 43-Jährige dem „Tagesspiegel“ jetzt im Interview. Eines handelt von der Liebesbeziehung zu einem Mann. „Ich habe mich zwar nie als besonders hetero erlebt, aber auch nicht als schwul oder bi. Mir war so was immer recht schnurz“, so der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Daniel Pongratz heißt.
„Ich bin einer von euch“
Angesichts von Bedrohungen queerer Veranstaltungen durch Islamisten und Nazis sei nun der Zeitpunkt „genau richtig für ein schwules Liebeslied“, erklärte Danger Dan und betonte: „Ich solidarisiere mich nicht nur mit euch, sondern ich bin einer von euch.“ So offen hat er bislang nicht öffentlich über seine sexuelle Orientierung gesprochen.
Mit der Antilopen Gang habe er sich aber schon immer gegen „homofeindliche Tendenzen im Rap“ eingesetzt. Als er 2014 im Musikvideo zu ‚Verliebt‘ Monchi von Feine Sahne Fischfilet geküsst habe, „gab es in der Hip-Hop-Szene noch eine Diskussion darüber, ob man das machen müsse“, erinnert sich der 43-Jährige. Bei der jüngeren Generation nehme er heute ein deutlich queerfreundlicheres Miteinander wahr, „die Fallzahlen queerfeindlicher Straftaten steigen aber trotzdem gerade rasant an“, so Danger Dan.
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In dem Interview sprach er über ein weiteres privates Thema, das er in seiner Musik verarbeitet. In dem Song „Dass es hier so schön ist“ thematisiert er seine fortschreitende Erblindung. Der Rapper leidet an der erblichen Augenkrankheit Retinitis pigmentosa. Die Diagnose, die er mit Mitte 20 bekam, sei ein Wendepunkt in seiner Biografie gewesen. „Die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit kann, so bitter sie ist, daran erinnern, wie wertvoll jeder Augenblick ist“, sagte er dem „Tagesspiegel“.
Hinter der Bühne müsse ihm inzwischen häufig jemand mit einer Taschenlampe den Weg leuchten. Auf seinem Klavierhocker befinde sich ein neonfarbenes Kreuz, damit er erkennen könne, wo er sich hinsetzen müsse. Die Erkrankung gilt in der Regel als nicht heilbar, ein genauer Verlauf lasse sich kaum vorhersagen.














