September 8, 2026 10:50 p.m. CEST

Abrechnung in offenem Brief

Puma-Aktionär bringt Verkauf an Adidas ins Spiel


15.09.2025 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Sportschuhe von Puma (Archivbild): Das Unternehmen kriselt weiter. (Quelle: Daniel Karmann/dpa/dpa-bilder)

Die Puma-Aktie ist in den letzten zwei Jahren dramatisch abgestürzt. Aktionäre drängen jetzt auf einen radikalen Schritt.

In den vergangenen zwei Jahre ist die Puma-Aktie um mehr als 80 Prozent gefallen – einzelne Aktionäre des Sportbekleidungsherstellers scheinen deswegen auf einen radikalen Kurswechsel zu drängen. Roy Adams, Mitgründer des US-Investors Metronuclear und Puma-Aktionär, brachte im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ vom Freitag eine Fusion mit dem Erzrivalen Adidas ins Spiel. Wenn das Management den Wandel sonst nicht hinbekäme, sei das die beste Wahl.

Adams konstatierte dem „Handelsblatt“: „Puma befindet sich im Ausnahmezustand.“ In einem Brief an den Aufsichtsrat, auf den sich das „Handelsblatt“ beruft, wird Adams noch deutlicher: „Puma hat eindeutig das Vertrauen der Investoren verloren.“ Kritikpunkt der Investoren ist dabei auch die starke Rolle der Großaktionäre aus der französischen Milliardärsfamilie Pinault. Die Familie hält mit der Holding Artemis 29 Prozent des Unternehmens. Zwischenzeitlich spekulierte die Familie über einen Verkauf.

Adams spricht im Brief zudem von Interessenskonflikten. Es gebe Aufsichtsratsmitglieder, die eine direkte oder indirekte Verbindung zu Artemis haben sollen. Puma habe momentan kein klares Profil und würde sich nur ziellos entwickeln. Adams leitet daraus ab: „Die Welt und die Märkte warten auf eine Familienzusammenführung.“

Adidas und Puma sind aus der 1924 von den Brüdern Dassler gegründeten Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler hervorgegangen. Nach Streitigkeiten kam es 1948 schließlich zum Bruch – sie gründeten Adidas beziehungsweise Ruda, das später in Puma umbenannt wurde.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder personelle Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmen. Der aktuelle Adidas-CEO Björn Gulden war von 2013 bis 2023 Vorstandsvorsitzender von Puma. Der jetzige Puma-Chef – Arthur Hoeld – war zuvor 26 Jahre lang bei Adidas.

In der Vergangenheit gab es wiederholt Spekulationen zu einer möglichen Zusammenführung. Einer Fusion halten Experten laut „Handelsblatt“ aber für unwahrscheinlich. Schon mit der letzten Übernahme habe sich Adidas verhoben: Das Unternehmen kauft 2006 Reebok, 2021 wurde der Hersteller bereits weiterverkauft. Seitdem konzentriert sich Adidas vor allem auf die Kernmarke.

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