Bundesliga-Sportvorstand tritt ab
Ein schwerwiegendes Vermächtnis
19.10.2026 – 14:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ära Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt ist Geschichte. Trotz erfolgreicher sportlicher Jahre unter dem ehemaligen Sportvorstand haben die Frankfurter eine schwere Aufgabe vor sich.
Eintracht Frankfurt hat sich nach einem chaotischen Transfersommer und einem durchwachsenen Saisonstart von seinem Sportvorstand Markus Krösche getrennt. Am Tag nach dem 1:0-Sieg der Eintracht gegen Köln am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass der Aufsichtsrat Krösches Bitte um eine sofortige Freistellung einstimmig zugestimmt hat. Krösche lässt in Frankfurt erfolgreiche Jahre hinter sich; Höhepunkt war der Europa-League-Titel im Jahr 2022. Allerdings wurde in den vergangenen Monaten auch Kritik am Sportvorstand und der finanziellen Ausrichtung der Eintracht laut.
Frankfurts Geschäftsmodell basierte unter Krösche darauf, junge Spieler möglichst günstig zu verpflichten, ihnen in Frankfurt zum Durchbruch zu verhelfen und dann mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dieses Konzept hatte großen Erfolg. So nahm die Eintracht unter anderem mit den Verkäufen von Omar Marmoush, Hugo Ekitiké, Randal Kolo Muani und Nathaniel Brown über 300 Millionen Euro ein.
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Das Modell funktionierte auch, weil Frankfurt in der gesamten Amtszeit Krösches europäisch spielte. Für den Verein bedeutete das Mehreinnahmen aus den Fernseherlösen der europäischen Wettbewerbe. Für die Spieler der Eintracht waren die Nächte in Champions oder Europa League die ideale Bühne, um bei größeren Vereinen auf sich aufmerksam zu machen.
Allerdings ist bei der Eintracht vieles auf Kante genäht. Durch den Erfolg in Liga und auf europäischer Bühne kam es im Verein und bei den Fans zu einer steigenden Erwartungshaltung. Damit einhergehend erhöhten sich die Personalkosten signifikant, in der Saison 24/25 um 25 Prozent auf 177 Millionen Euro.
Neben den Personalkosten sind mögliche Nachzahlungen aus Transfervereinbarungen und der kostspielige Bau des Profi-Camps große Posten bei der Eintracht. So schrieb Frankfurt trotz Einnahmen von fast 400 Millionen in der Saison 24/25 einen Verlust. In diesem Sommer stand deswegen der letztjährige Königstransfer Ritsu Doan kurz vor einem Abgang. Frankfurt hätte ein Minus von vier Millionen Euro in Kauf genommen im Gegensatz zur gezahlten Ablöse ein Jahr zuvor, um die finanziellen Löcher zu stopfen. Der Wechsel zerschlug sich allerdings, stattdessen wurde Hugo Larsson mit Kaufpflicht verliehen.














