Keimbelastung erhöht
Nathalie Pohl schwimmt durch den Rhein – so ist die Wasserqualität
13.08.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Extremschwimmerin Nathalie Pohl kämpft sich durch den Rhein – bei Rekordniedrigwasser. Das hat Folgen für die Wasserqualität und die Gesundheit.
Extremschwimmerin Nathalie Pohl ist derzeit auf ihrer rund 200 Kilometer langen Strecke von Frankfurt nach Köln unterwegs – und hat inzwischen mehr als die Hälfte der Fluss-Challenge hinter sich. Nach zwei erfolgreichen Etappen startete die 31-Jährige am Donnerstagvormittag in Lahnstein in den dritten Abschnitt. Rund 58 Kilometer soll es von dort rheinabwärts bis Bad Honnef gehen. Das große Ziel bleibt Köln: Am Freitag soll Pohl am Deutschen Sport & Olympia Museum ankommen.
Auf ihrem Weg musste Pohl allerdings auch einen Abschnitt auslassen: Im Bereich der Loreley durfte sie wegen der starken Strömung nicht schwimmen. Nach Angaben ihrer Sprecherin lag dafür keine entsprechende Genehmigung vor. Mit dem extrem niedrigen Rheinpegel habe das nichts zu tun.
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Niedrigwasser im Rhein gesundheitsschädlich?
Doch während Pohl für den guten Zweck durch Main und Rhein schwimmt, stellt sich angesichts des extremen Niedrigwassers auch die Frage: Wie belastet ist das Wasser aktuell?
Die Kölner Redaktion von t-online hat beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW angefragt. Eine konkrete gesundheitliche Bewertung für Pohl kann die Behörde demnach nicht abgeben. Der Grund: Der Rhein ist kein Badegewässer. Die Keimbelastung werde dort nicht systematisch als entsprechender Parameter überwacht.
Grundsätzlich gelte aber: Bei Niedrigwasser steht im Rhein weniger Wasser zur Verdünnung von Einträgen zur Verfügung. Stoffe, die kontinuierlich über Kläranlagen in die Gewässer gelangen, können dadurch in höheren Konzentrationen auftreten. Das betrifft nach Angaben des Landesamts vor allem sogenannte Mikroschadstoffe – etwa Arzneimittelwirkstoffe –, die in konventionellen Kläranlagen teilweise nur unvollständig zurückgehalten werden.
Keimbelastung steigt bei Niedrigwasser und höheren Wassertemperaturen
Aktuell messe das Landesamt bei einzelnen Stoffen höhere Konzentrationen als bei größerer Wasserführung. Auffällig seien insbesondere Arzneimittelwirkstoffe. In der Ruhr wurde demnach zuletzt erstmals eine Umweltqualitätsnorm für den Wirkstoff Candesartan überschritten. Direkte Auswirkungen habe das nicht, der Hinweis sei vor allem für Trinkwasserversorger relevant, die ihre Rohwasserentnahme und Aufbereitung entsprechend anpassen könnten.
Für Schwimmer könnte jedoch ein anderer Punkt noch wichtiger sein: die Keimbelastung. Diese könne bei niedriger Wasserführung und höheren Wassertemperaturen ebenfalls erhöht sein, teilte das Landesamt mit. Gerade wer über längere Zeit im Rhein schwimme und Wasser aufnehme, müsse die möglichen gesundheitlichen Risiken für sich abwägen.















