Machtkämpfe und Misstrauen
Playmobil in der Krise: Millionenverluste im Konzern
05.08.2026 – 19:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Playmobil steckt weiter tief in der Krise. Die Konzernmutter verbuchte erneut einen dreistelligen Millionenverlust.
Der Spielzeughersteller Playmobil steckt weiterhin tief in der Krise. Die Konzernmutter Horst Brandstätter Group (HBG) verbuchte im Geschäftsjahr 2024/25 erneut einen dreistelligen Millionenverlust. Aus dem veröffentlichten Geschäftsbericht geht ein Fehlbetrag von mehr als 115 Millionen Euro hervor.
Damit fällt das Minus nur geringfügig kleiner aus als im vorherigen Geschäftsjahr. Damals hatte die Unternehmensgruppe mit einem Verlust von knapp 119 Millionen Euro den höchsten Fehlbetrag ihrer Geschichte ausgewiesen.
Auch bei den Erlösen setzte sich die negative Entwicklung fort. Der Umsatz sank um rund neun Prozent auf etwa 409 Millionen Euro. Das Unternehmen erklärte zuletzt, dass sich der Rückgang gegenüber den Vorjahren verlangsamt habe. Eine wirtschaftliche Trendwende ist daraus allerdings bislang nicht abzulesen.
Neben steigenden Kosten stehen auch interne Probleme im Fokus. Aktuelle und frühere Beschäftigte sowie ehemalige Führungskräfte erhoben gegenüber dem „Spiegel“ schwere Vorwürfe gegen das Management. Sie berichteten von einer von Misstrauen, internen Machtkämpfen und mangelnder Führung geprägten Unternehmenskultur. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.
Kernmarke verliert über elf Prozent
Besonders stark belastet wird die Gruppe durch die schwache Entwicklung ihrer wichtigsten Marke. Playmobil erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/25 rund 82 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Die Erlöse mit den bekannten Spielzeugfiguren gingen jedoch um mehr als elf Prozent zurück.
Die finanziellen Schwierigkeiten haben inzwischen auch Folgen für die Standorte. Bereits zu Beginn des Jahres hatte die Horst Brandstätter Group angekündigt, das Werk im mittelfränkischen Dietenhofen schließen zu wollen.
Über Jahrzehnte gehörte Playmobil zu den bekanntesten deutschen Spielzeugmarken. Unter Firmengründer Horst Brandstätter entwickelte sich das Unternehmen zu einem international erfolgreichen Hersteller. Seit mehreren Jahren kämpft der Konzern jedoch mit sinkenden Umsätzen, hohen Kosten und erheblichen internen Problemen.














