Vorbereitung auf den Ernstfall
Pistorius bereitet Rüstungsindustrie auf den Kriegsfall vor
22.08.2026 – 09:01 UhrLesedauer: 1 Min.
Im Verteidigungsfall soll die Rüstungsindustrie ihre Produktion schnell hochfahren können. Das Verteidigungsministerium will Hersteller künftig dafür bezahlen, Kapazitäten für Munition und Drohnen dauerhaft vorzuhalten.
Das Bundesverteidigungsministerium hat angekündigt, mit Vorhalteverträgen die Versorgung der Bundeswehr langfristig abzusichern. Damit sollen Hersteller ihre Produktion im Verteidigungsfall schnell hochfahren können, sagte Rüstungsstaatssekretär Jens Plötner dem „Spiegel“. Vorgesehen sei das Modell zunächst für Munition und Drohnen.
Die Verträge sollen nach Plötners Angaben drei Phasen umfassen. Zunächst würden die Bestände der Truppe aufgefüllt, anschließend solle die Industrie auf Lager produzieren. Im dritten Schritt sollen Kapazitäten vorgehalten werden, die im Verteidigungsfall rasch ausgeweitet werden können. „Hier steht jetzt auch die Industrie in der Verantwortung“, sagte Plötner.
Das Ministerium prüft nach Plötners Angaben, ob sich das Modell auch auf größere Systeme wie Schützenpanzer übertragen lässt. Die Produktionskapazitäten müssten über längere Zeit erhalten bleiben, damit Anlagen nach erfüllten Bestellungen nicht erneut weitgehend abgebaut würden. Die deutsche Verteidigungsindustrie sei seit Ende der Achtzigerjahre um zwei Drittel geschrumpft, sagte Plötner. Dieser industrielle Wiederaufbau brauche Zeit: „Ein Waffensystem, das wir heute bestellen, steht nicht übermorgen auf dem Hof. Das läuft nicht so wie bei Ikea.“















