„Wir werden nicht leiser“
CSD-Organisatoren schlagen Alarm
Aktualisiert am 25.07.2026 – 08:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Hunderttausende werden zur Demo in Berlin erwartet. Die Veranstalter sehen queere Menschen weltweit unter wachsendem Druck und fordern ein klares Gegenzeichen.
Zum Christopher Street Day in Berlin haben die Organisatoren vor einem verschlechterten gesellschaftlichen Klima für queere Menschen gewarnt. Bestehende Rechte würden teils zurückgenommen und die Hasskriminalität steige an, sagte Vorstandsmitglied Thomas Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Für die Demonstration, zu der Hunderttausende erwartet werden, lautet das Motto in diesem Jahr „Haltung ist hot“.
Mit dem zweitägigen CSD wollten die Organisatoren ein Zeichen setzen, sagte Hoffmann: „Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter – und zwar so lange, bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben können.“ Die Demonstration soll Samstagmittag beginnen und zum Brandenburger Tor ziehen. Geplant ist ein Auftritt von Sarah Connor. Am Freitagabend trat bereits die Rapperin Ikkimel auf, zuletzt bekannt durch den Song „Fußballmänner“.
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Das fordern die CSD-Organisatoren
Zu den Forderungen der Organisatoren gehören eine wirksamere Bekämpfung von Hasskriminalität und die Sicherung queerer Räume. Hoffmann äußerte sich auch besorgt über die Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September ein neuer Landtag gewählt wird. „Die Positionen dieser Partei sind eindeutig und die queere Community hat Angst“, sagte er.
Die Polizei rechnet mit Protest aus dem rechten Lager. Bereits am Freitag stellte die Polizei vor der Hauptbühne am Platz des 18. März vier Männer einer mutmaßlich rechten Gruppierung fest. Daraufhin führten die Einsatzkräfte eine sogenannte Gefährderansprache durch, um deutlich zu machen, dass Störungen oder Straftaten nicht geduldet werden.
Für Samstag ist eine Gegendemonstration mit 100 Teilnehmern angekündigt. CSD-Organisator Hoffmann zeigte sich davon zunächst wenig beeindruckt und verwies auf den geringen Zuspruch solcher Proteste in Berlin im Vorjahr. Man stehe in einem „sehr vertrauensvollen Austausch mit der Berliner Polizei“. „Trotzdem ist das natürlich eine sehr besorgniserregende Entwicklung“, sagte Hoffmann.
Berliner Senat ist mit eigenem Wagen vertreten
Früher habe es keine Gegendemonstrationen gegen den Berliner CSD gegeben. Dass es der rechten Bewegung 2024 in Bautzen, Leipzig und anderen Städten gelungen sei, massiv gegen CSDs zu mobilisieren, sei „eine Entwicklung, die nicht nur unserer Community Angst machen sollte, sondern allen Menschen, die in Freiheit und in Vielfalt leben wollen.“
Erwartet wird beim CSD auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl nicht mehr antritt. Nach Debatten um sein Tennisspiel und seine Angaben zum Krisenmanagement während eines großen Stromausfalls war er als CDU-Spitzenkandidat zurückgetreten. Der Berliner Senat ist beim CSD in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Wagen vertreten.















