Juli 26, 2026 6:11 a.m. CEST

Trüber Stellenmarkt

Arbeitsmarkt-Studie: Diese Jobs sind noch gefragt

26.07.2026 – 03:43 UhrLesedauer: 3 Min.

Sommerjobs stehen noch immer zur Verfügung. In anderen Branchen hat die Zahl der freien Stellen laut einer Studie abgenommen. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer/imago)

Das Stellenangebot fällt auf ein Fünf-Jahres-Tief. Sommerjobs und eine Berufsgruppe halten laut einer Studie gegen den Trend.

Das Stellenangebot in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 um 3,9 Prozent zurückgegangen und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Das geht aus dem Arbeitsmarkt-Update des Jobportals Indeed für das zweite Quartal 2026 hervor. Von 38 untersuchten Berufsgruppen verzeichneten nur sechs einen Zuwachs – drei davon stammen aus dem Gesundheitssektor.

Der Indeed Arbeitsmarkt Index fiel zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2026 von 110 auf 106 Punkte. Der Rückgang bewegt sich damit in ähnlicher Größenordnung wie im Vorquartal (minus 4,5 Prozent) und im Vorjahresquartal (minus 3,6 Prozent). Im Vergleich zum Höchststand im Frühjahr 2022 sind inzwischen 39 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben.

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Sommerjobs stabil

Ein anderes Bild zeigt sich bei Sommer- und Ferienjobs. Während das Gesamtstellenangebot im Juni mehr als 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats lag, hielten sich saisonale Stellen auf dem Stand von Juni 2025. In den Vorjahren hatten Sommerjobs dem allgemeinen Abwärtstrend am Arbeitsmarkt laut der Untersuchung noch gefolgt.

Den größten Anteil an Sommerjobs stellen laut Indeed Stellen in Produktion und Fertigung mit 17,7 Prozent, gefolgt von Verkauf (15,4 Prozent), Kinder und Betreuung (14,1 Prozent) sowie Lager, Versand und Logistik (10,5 Prozent). Bürotätigkeiten machen dagegen nur 2,3 Prozent der Sommerjobs aus. Langfristig liegt das Angebot an Sommerjobs weiterhin unter dem Niveau der Saisons 2023 und 2024.

Als Ursache nennt Indeed die eingetrübten Konjunkturaussichten. Der Energiepreisanstieg infolge des Irankriegs habe eine vorsichtige wirtschaftliche Erholung in Deutschland ausgebremst. Die Bundesregierung senkte ihre BIP-Prognose für 2026 im April von 1,0 auf 0,5 Prozent. Gestiegene Inflation und unterbrochene Handelswege belasten zusätzlich die exportorientierte deutsche Industrie. Zwar zeigten das DIW-Konjunkturbarometer und der ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt erste Erholungstendenzen, sie blieben jedoch deutlich unter dem Niveau vom Jahresbeginn.

Gesundheitsberufe als Ausnahme

Besonders deutlich wuchs das Stellenangebot in der Zahnmedizin: plus 25,3 Prozent insgesamt, darunter Zahnärzte und Zahnärztinnen (plus 28,2 Prozent), zahnmedizinische Fachangestellte und Assistenzen (plus 26,1 Prozent) sowie Ausbildungsplätze in diesem Bereich (plus 29 Prozent). Auch im Bereich Therapie stieg die Nachfrage um 3,6 Prozent, vor allem nach Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen (plus 11,5 Prozent) sowie Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen (plus 7,9 Prozent). Im Bereich Medizintechnik legte das Angebot ebenfalls um 3,6 Prozent zu; besonders gefragt waren operationstechnische Assistenzen (plus 23,6 Prozent), Augenoptiker und Augenoptikerinnen (plus 21,7 Prozent) sowie Rettungssanitäter und Rettungssanitäterinnen (plus 19,2 Prozent).

Reallohnwachstum schmilzt

Auch bei den Löhnen zeigt sich eine Abkühlung. Das jährliche Nominallohnwachstum in Stellenausschreibungen sank laut dem Indeed Gehaltstracker zwischen März und Juni 2026 von 3,4 auf 2,8 Prozent. Da die Inflationsrate im April auf bis zu 2,9 Prozent stieg, blieb das Reallohnplus mit 0,2 bis 0,4 Prozent minimal. Im Februar, vor Kriegsbeginn, hatte das reale Lohnwachstum noch 1,7 Prozent betragen. Im Juni rutschte das Reallohnwachstum im Euroraum auf minus 0,3 Prozent, während Deutschland mit einem Nominallohnwachstum von 2,5 Prozent bei einer Inflation von 2,8 Prozent knapp im negativen Bereich lag. Für die kommenden Monate erwartet Indeed bei einer prognostizierten Inflation von 2,9 Prozent nur geringe Reallohngewinne.

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