Persönliche Anekdote
„Zeit steht still“: Nürnberger Kreischef erinnert sich an Aiwanger
Aktualisiert am 07.11.2026 – 07:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Hubert Aiwangers Tod erschüttert die Freien Wähler. Ein Nürnberger Stadtrat schildert, wie er den Parteichef abseits der Politik erlebte.
Völlig unvorbereitet habe ihn die Nachricht vom Tod des Parteivorsitzenden über die Presse erreicht, so Thomas Estrada, Nürnbergs Kreisvorsitzender der Freien Wähler. „In einem solchen Moment steht für einen Augenblick die Zeit still“, sagt er der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. „Und das Ausmaß ist im ersten Augenblick kaum zu fassen.“ Aiwanger, der 55 Jahre alt war und die Freien Wähler als Bundes- und Landesvorsitzender führte, wurde am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte aufgefunden.

Estrada erzählt von einem Moment mit Aiwanger, der ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben sei. Ein „unvergessliches Beispiel für sein Wesen“ sei dessen Besuch auf dem Nürnberger Altstadtfest vor einigen Jahren gewesen. „Ursprünglich war nur ein kurzer, formeller Rundgang vorgesehen. Daraus wurden schließlich mehr als zwei Stunden, weil er es sich nicht nehmen ließ, in jedem Zelt und an fast jedem Tisch vorbeizuschauen“, berichtet Estrada. Er ist einer von zwei Stadträten der Freien Wähler in Nürnberg.
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Aiwanger habe mit den Leuten gesprochen, Selfies gemacht und sei spontan auf Bierbänke gestiegen. „Man hat ihm angemerkt, wie sehr er es genoss, mitten unter den Menschen zu sein.“ Für ihn habe in diesem Moment ausschließlich Bürgernähe und Herzlichkeit gezählt, auch wenn das Sicherheitspersonal dabei „komplett gefordert“ gewesen sei.

Und wie hat der Nürnberger den bayerischen Vize abseits des Politikbetriebs erlebt? „Als Mensch besaß er eine bewundernswerte innere Stärke und ein dickes Fell“, meint Estrada. „Trotz des teils massiven Hasses und der Beleidigungen, die ihm in den sozialen Medien entgegenschlugen, blieb er gefasst.“
Wie es jetzt für die Freien Wähler weitergeht, bleibt offen
Der Stadtrat sagt weiter: Viele Mitglieder der Freien Wähler seien wegen Aiwangers „starker Präsenz, seiner Haltung und seines mitreißenden Auftretens“ zu den Freien Wählern gekommen. Man werde seine „offene, humorvolle Art in Ehren halten und sein Lebenswerk in seinem Sinne voller Engagement weiterführen“.
Zur Frage einer möglichen Nachfolge äußert sich die Partei momentan nicht. Estrada sagt, das werde man erst tun, „Wenn die Zeit reif ist und der Schock sich gelegt hat.“ Man befinde sich in einer Phase des Innehaltens und der Trauer, die Respekt verdiene.















