Sie denken wie Kleinkinder
Sind Hunde schlauer als gedacht?
01.10.2025 – 13:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine neue Studie zeigt, dass Hunde über beeindruckende kognitive Fähigkeiten verfügen. Sie sind offenbar in der Lage, die Bedeutungen von Wörtern zu verallgemeinern.
Hunde sind schlau. Auch wenn es je nach Rasse Unterschiede bei der Intelligenz gibt, können die meisten Hunde Wörter verstehen und entsprechend darauf reagieren, etwa auf „Sitz“ oder „Platz“.
Doch offenbar reichen die kognitiven Fähigkeiten der Vierbeiner noch viel weiter als bisher angenommen. Hunde können Wörter nicht nur bestimmten Gegenständen zuordnen, sie können deren Bedeutung auch verallgemeinern. Das zeigt eine neue Studie eines Forschungsteams von der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, die im Fachmagazin Current Biology veröffentlicht wurde.
An dem Experiment nahmen sogenannte „Gifted Word Learner“-Hunde (GWL-Hunde) teil. Solche sprachbegabten und mit einem guten Gedächtnis ausgestatteten Tiere können ohne gezieltes Training viele Spielzeugnamen erlernen und sich diese auch merken. Die Forscher wollten nun herausfinden, ob solche Hunde nicht nur Wörter verstehen, sondern sie auch auf neue, funktional ähnliche, aber visuell völlig unterschiedliche Objekte anwenden können.
Zunächst lernten die elf teilnehmenden Hunde über vier Wochen hinweg, acht Spielzeuge in zwei Gruppen zu unterscheiden: Spielzeuge zum Ziehen („pull“) und zum Werfen („throw“). Die Gegenstände wurden ausschließlich auf diese Weise verwendet und mit dem jeweiligen Wort benannt. Acht der Hunde bestanden anschließend einen Test, bei dem sie das richtige Spielzeug auf verbale Anweisung holen sollten.
Im nächsten Schritt spielten die Tiere mit neuen Gegenständen, die ebenfalls gezogen oder geworfen werden konnten. Später wurden sie erneut aufgefordert, ein „Pull“- oder „Throw“-Objekt zu bringen. Dabei mussten sie das neue, funktional passende Spielzeug auswählen, obwohl das nie zuvor mit einem der beiden Wörter verbal beschrieben wurde.
In einem abschließenden Test mit 48 Durchgängen wählten die Hunde im Durchschnitt 31-mal das richtige neue Objekt – ein Ergebnis deutlich über dem Zufallswert. Besonders bemerkenswert: Die Objekte unterschieden sich stark in Form, Farbe und Material. Einzig die Funktion verband sie mit den bereits bekannten.
Fehler passierten vor allem dann, wenn die Hunde ein bekanntes, aber nicht funktional passendes Spielzeug wählten. Das zeigt: Die Tiere hatten offenbar eine Art funktionale Kategorie im Kopf und nutzten sie zur Auswahl.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zumindest GWL-Hunde Begriffe nicht nur mit konkreten Dingen verbinden, sondern auch funktional abstrahieren können – eine Fähigkeit, die bisher fast ausschließlich Menschen zugesprochen wurde. Das Besondere ist dabei, dass die Hunde dies nicht im Rahmen eines Trainings, sondern durch alltägliches Spiel mit ihren Besitzern gelernt haben.
Ob auch andere Hunde zu solch kognitiven Leistungen fähig sind, bleibt offen. Die Studie testete nur eine kleine Anzahl von Hunden, die alle als besonders lernfähig gelten. Klar ist aber: Diese Hunde zeigen, dass das Zusammenspiel von Sprache und Denken bei Tieren weiter reicht, als bisher angenommen.














