September 3, 2026 6:49 a.m. CEST

Sprengstoffdrohne an Flughafen

Neue Spuren sollen nach Serbien und Polen führen

Aktualisiert am 03.09.2026 – 05:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Beamter der Polizei am Flughafen Leizpig, wo eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt wurde. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/EHL Media/imago)

Ein Brandanschlag in Polen könnte in Zusammenhang mit der Sprengstoffdrohne in Leipzig stehen. Eine Spur führt auch nach Serbien.

Im Fall des Drohnen-Vorfalls von Leipzig verfolgen deutsche Ermittler einem Medienbericht zufolge Spuren nach Polen und Serbien. Wie der „Spiegel“ aus Sicherheitskreisen erfuhr, wird einer der bislang identifizierten Tatverdächtigen mit einem weiteren Vorfall in Verbindung gebracht – einem Brandanschlag auf einen Baumarkt im polnischen Lodz im Juli 2024. Der Mann soll den Angaben zufolge Kontakt zu russischen Geheimdiensten haben.

Nach „Spiegel“-Informationen prüfen Ermittler zudem Verbindungen zwischen dem Vorfall in Leipzig und einem Sprengstoff-Fund an der serbisch-ungarischen Grenze. Dort hatten serbische Sicherheitskräfte am 11. Juni zwei Männer festgenommen, die Komponenten einer modifizierten Drohne, Transmitter zur Steuerung sowie zwei Konservendosen mit Sprengstoff mit sich führten.

Italien untersucht Visum

Italien hat ebenfalls Untersuchungen zu einem Tatverdächtigen angekündigt. Das sagte Italiens Außenminister Antonio Tajani am Rande eines EU-Treffens in Irland.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani steht beim Gymnich-Treffen für ein Gruppenfoto auf einem Podest. (Quelle: Michael Brandt/dpa/dpa-bilder)

Ermittlern des Bundeskriminalamtes soll es inzwischen gelungen sein, Tatverdächtige zu identifizieren, wie NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten. Es werde gegen zwei Beschuldigte ermittelt, berichtete die „Zeit“.

Einer der Verdächtigen soll den Recherchen zufolge mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist sein. Das Dokument sei nach Erkenntnissen der Behörden Ende April an einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden.

Die Berichte lösten beim EU-Außenministertreffen Diskussionen über eine Verschärfung der Visa-Regeln aus. Sollte es stimmen, dass einer der Verdächtigen mit einem italienischen Touristenvisum in die EU gereist sei, zeige dies deutlich, dass der EU mit Hilfe von Visa Schaden zugefügt werden könne, sagte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas. Sie hoffe im Fall einer Bestätigung auf eine Verschärfung der Visabeschränkungen. „Denn hier geht es tatsächlich auch um unsere eigene Sicherheit“, sagte Kallas.

Italienische, französische und spanische Konsulate in Russland vergaben zuletzt weiterhin eine sechsstellige Zahl an Schengen-Visa.

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