Elbtower-Verhandlungen
Hamburgs Bürgermeister zweifelt an Museumsplan
12.09.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit mehr als zwei Jahren ruhen die Bauarbeiten am halbfertigen Elbtower. Nun signalisiert Hamburgs Bürgermeister, dass ein zentrales Vorhaben für das Gebäude auf der Kippe steht.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hält es nicht mehr für sicher, dass das geplante Naturkundemuseum im Elbtower untergebracht wird. Im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ begründete er seine Skepsis damit, dass trotz langer Verhandlungen bislang kein Vertrag zustande gekommen sei, der die Stadt vor finanziellen Risiken des privaten Bauprojekts schütze. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Tschentscher machte deutlich, dass er an seiner Position festhält: „Der Senat hat seine Erwartungen an eine Lösung transparent dargelegt.“ Eine Beteiligung an den Kosten des gescheiterten Bauprojekts schloss er aus. „Die Stadt wird nicht den Preis für ein misslungenes privatwirtschaftliches Bauprojekt zahlen„, sagte er. Hamburg verhalte sich wie ein normaler Käufer: „Ein Bauträger baut auf eigenes Risiko und verkauft das fertige Gebäude. Der Käufer prüft am Ende, ob das Gebäude wie vereinbart fertiggestellt wurde und zahlt den vereinbarten Preis.“
Baustelle steht seit drei Jahren still
Der Elbtower steht seit Oktober 2023 still. Damals meldete die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko Insolvenz an, woraufhin die Bauarbeiten an dem Rohbau am Ostende der Hamburger HafenCity zum Erliegen kamen. Seit Dezember 2024 verhandelt ein Konsortium um den Investor Dieter Becken mit Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf des Gebäudes. Einer Vereinbarung vom Oktober 2025 zufolge soll im Elbtower auch das Naturkundemuseum einziehen. Dafür will die Stadt knapp die Hälfte des Gebäudes zu einem Festpreis von 595 Millionen Euro erwerben.
Ursprünglich war der Turm des Londoner Architekten David Chipperfield mit 64 Stockwerken und 245 Metern Höhe als Deutschlands dritthöchstes Gebäude geplant. Laut einem Bauvorbescheid vom März dieses Jahres soll er nun nur noch 199 Meter hoch werden. Derzeit misst der Rohbau 100 Meter. Neben Becken gehören dem Konsortium die Versicherung Signal Iduna, das Bauunternehmen Adolf Lupp und Rossmann-Gründer Dirk Roßmann an. Ebenfalls beteiligt war der kürzlich verstorbene Milliardär Klaus-Michael Kühne.















