Neue Wendung im Block-Prozess?
„Mein Mandant möchte sich dem Verfahren stellen“
Aktualisiert am 19.09.2025 – 00:57 UhrLesedauer: 3 Min.
In Hamburg läuft der Strafprozess gegen Christina Block wegen der Entführung ihrer Kinder. Nun soll es eine weitere Wendung in dem Fall geben.
Die Ermittlungen zu der Entführung der zwei Kinder von Christina Block aus der Obhut ihres Vaters in Dänemark ziehen immer weitere Kreise. Die 52-Jährige steht derzeit in Hamburg vor Gericht. Sie ist angeklagt, die Entführung in Auftrag gegeben zu haben. Sie bestreitet das. Mit Block sitzen sechs weitere Beschuldigte auf der Anklagebank, darunter ihr Lebensgefährte Gerhard Delling. Auch er hat jede Schuld zurückgewiesen.
„Bild“ berichtet jetzt, dass einer der mutmaßlichen Entführer, Tzach K., von Israel nach Deutschland reisen wolle, um gegen die Hamburger Gastronomie-Erbin auszusagen. Der Anwalt des 42-Jährigen habe sich bei „Bild“ geäußert: „Der Druck ist immer größer geworden. Mein Mandant möchte sich dem Verfahren stellen und seine Sicht der Dinge schildern“, wird Jonathan Gavish zitiert.
In der Silvesternacht 2023/24 waren der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter mutmaßlich von Mitarbeitern einer israelischen Sicherheitsfirma entführt und zur Mutter nach Deutschland gebracht worden. Nach wenigen Tagen mussten sie aufgrund einer Gerichtsentscheidung wieder zu ihrem Vater nach Dänemark zurückkehren.
Tzach K. soll nach eigenen Angaben das Fluchtauto mit den Kindern gefahren haben, wie er in einem israelischen Fernsehinterview im Sender „Channel 12“ aussagte, von dem zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatte. Obwohl sein Gesicht im TV nicht gezeigt wurde, bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft gegenüber „Bild“, dass es sich wohl um K. handele. Er ist einer von sechs Personen, die wegen der Entführung der Block-Kinder mit einem internationalen Haftbefehl gesucht werden. Sollte er Israel verlassen, drohe ihm eine Gefängnisstrafe, berichet „Bild“.
In dem Interview behauptete K., er sei bei der Entführung von einer von den Behörden gedeckten Rettungsaktion ausgegangen. „Ich war sicher, dass alles mit den deutschen Behörden abgesprochen war“, zitiert ihn die „Süddeutsche Zeitung“. Die Kinder seien in Dänemark von ihrem Vater festgehalten worden, so sei es ihm erzählt worden. K. sei von einem ranghohen Ex-Mossad-Agenten angeworben worden.
Während die anderen Entführer mit den Kindern nach Süddeutschland gefahren seien, soll K. zurück ins Block-Hotel „Grand Elysée“ gefahren sein, wo Christina Block den Jahreswechsel gefeiert habe. Dort hätte er mit Champagner angestoßen, um die Rettung der Kinder zu feiern.
Der mutmaßliche Entführer K. schildert im TV-Interview weiter, wie er und weitere Mitarbeiter von David B. im „Grand Elysée“ auch Christina Block kennengelernt hätten. „Nur ihr Israelis könnt mir die Kinder zurück nach Hause bringen“, soll sie zu ihnen gesagt haben, zitiert die „Mopo“. Damit belastet K. Christina Block schwer,
Bislang hat die Hauptangeklagte in dem Prozess alle Vorwürfe gegen sich abgestritten. Christina Blocks Anwalt wies auch die Aussagen des mutmaßlichen Entführers zurück. „Noch ist der Zeuge ja nicht da“, wird Dr. Ingo Bott von „Bild“ zitiert. Das Interview im israelischen Fernsehen wirke auf ihn konstruiert. Es sei völlig abwegig, dass Block Champagner mit den Entführern ihrer Kinder trank.
Block, deren Vater Eugen Block die Steakhaus-Kette „Block House“ gegründet hat, stritt seit Jahren mit ihrem Ex-Mann Hensel um das Sorgerecht für die beiden jüngsten ihrer vier gemeinsamen Kinder. Der 51-Jährige hatte sie nach einem Wochenendbesuch im August 2021 – laut Hamburger Staatsanwaltschaft widerrechtlich – nicht zur Mutter zurückgebracht. Kurz nach ihrer Entführung aus Dänemark mussten die Kinder aufgrund einer Gerichtsentscheidung wieder zu ihrem Vater zurückkehren.













