Aufruhr im Eishockey
Erhält Russland den WM-Startplatz der Ukraine?
02.11.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Als Aufsteiger hatte sich die Ukraine für die anstehende Eishockey-WM qualifiziert. Nach dem Cas-Urteil zu Russland könnte das aber wackeln. Ein Funktionär klärt auf.
Seit einigen Tagen gibt es Aufruhr im Eishockey. Grund dafür ist das Urteil des internationalen Sportgerichtshofs Cas. Der hatte am Freitag entschieden, dass Russland bei der Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland starten darf. Zuvor hatte der Weltverband IIHF Russland wie auch Belarus von den Titelkämpfen wegen des 2022 begonnenen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine suspendiert.
Zum einen hält sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) offen, die WM zurückzugeben. DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz erklärte bei MagentaTV: „Denn in ein wirtschaftliches Risiko, das wir nicht mehr stemmen können, können wir uns nicht begeben.“ Sollte Russland an den Start gehen, kämen vor allem in puncto Sicherheit „ganz neue Kosten“ auf den Ausrichter zu.

Besonders heikel ist die Frage, wie Russland in das Turnier integriert werden soll. Im Eishockey gibt es, anders als im Fußball, keine klassische Qualifikation. Viel mehr gibt es eine A-WM und eine B-WM, aus der Teams auf- und absteigen können. Da Russland 2022 nur suspendiert und nicht ausgeschlossen worden ist, ist der 27-malige Weltmeister kurioserweise eigentlich Weltranglistenerster und somit für die A-WM gesetzt.
Was passiert mit Russland?
Das heißt, entweder müsste der schwächste Aufsteiger weichen oder das Teilnehmerfeld von 16 auf 17 Teams aufgestockt werden. Variante A hätte einen mehr als besonderen Beigeschmack. Denn der Aufsteiger, der weichen müsste, wäre die Ukraine. Bei der U18-WM hat die IIHF so gehandelt, als Belarus wieder aufgenommen wurde und der Aufsteiger Schweiz zweitklassig blieb. Die Variante B würde hingegen den Spielplan in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim durcheinanderwirbeln.
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Der finnische Eishockey-Funktionär Kalervo Kummola aber stellte klar, dass die Variante A keine Option sei. Der ehemalige IIHF-Vizepräsident (2003 bis 2021) sagte der finnischen Zeitung „Iltalehti“: „Die Ukraine wird nicht aus der Herren-WM im kommenden Jahr ausgeschlossen. Ich habe mit verschiedenen Personen darüber gesprochen, unter anderem mit der IIHF-Führung.“ Die Angelegenheit werde aktuell geprüft, der politische Druck sei groß. In dieser Woche seien mehrere Sitzungen geplant. Eine Entscheidung soll zeitnah folgen.
Der Widerstand in mehreren Teilnehmerländern ist jedenfalls groß. Nach dem Cas-Entscheid wurde sofort über mögliche Boykotte diskutiert – Schweden, Finnland oder Tschechien schlossen sie aber weitgehend aus, auch weil sie dann absteigen müssten. Ein Sonderfall ist Lettland: Ein Gesetz verbietet es, gegen russische Mannschaften anzutreten. Kanada kündigte an, dem russischen Team für die U20-WM (26. Dezember bis 5. Januar) die Einreise zu verweigern.













