Juli 22, 2026 2:14 p.m. CEST

Verdacht auf Infektion

Tierpark lässt letzte Mähnenrobben einschläfern

22.07.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 1 Min.

Eine Mähnenrobbe im Tierpark Hellabrunn (Archivbild): Zuletzt hatten dort nur noch ein Männchen und ein Weibchen gelebt. (Quelle: Imago/Reinhard Kurzendörfer)

Im Münchner Zoo gibt es keine Mähnenrobben mehr. Wegen des Verdachts auf eine Infektion mit Mykobakterien wurden die beiden letzten Tiere eingeschläfert.

Der Tierpark Hellabrunn hat seine beiden letzten Mähnenrobben eingeschläfert. Anlass war der Verdacht auf eine Infektion mit Mykobakterien, die Tuberkulose auslösen können. Die endgültigen Ergebnisse der pathologischen Untersuchungen stehen noch aus.

Wie der Tierpark mitteilte, hatten frühere Befunde bereits mehrfach auf eine mögliche Infektion mit Mycobacterium pinnipedii hingedeutet. Zwar sei bislang kein Krankheitsausbruch nachgewiesen worden, die Tiere hätten wegen der Verdachtsfälle jedoch weder an andere Zoos abgegeben noch habe Hellabrunn neue Mähnenrobben aufnehmen können. Zuletzt lebten nur noch ein Weibchen und ein älteres Männchen im Tierpark.

Eine eigens einberufene Kommission aus internen und externen Fachleuten sowie Vertretern der Veterinärbehörde und des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) prüfte nach Angaben des Tierparks die Situation. Nach umfangreichen Untersuchungen und Beratungen habe das Gremium einstimmig entschieden, die Tiere „aus Gründen des Tier- und Infektionsschutzes und zum Schutz der Mitarbeitenden“ einzuschläfern.

Tierpark-Chef: Einschläfern „verantwortungsvollste Lösung“

Die leitende Tierärztin Christine Gohl erklärte: „Eine Infektion mit Mykobakterien lässt sich bei lebenden Tieren häufig nicht eindeutig nachweisen oder ausschließen.“ Deshalb würden nicht einzelne Testergebnisse bewertet, sondern sämtliche Befunde, deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum sowie der klinische Zustand der Tiere.

Tierparkdirektor Rasem Baban bezeichnete das Einschläfern als „verantwortungsvollste Lösung“. Der Entschluss dazu sei nach sorgfältiger veterinärmedizinischer, tierschutzrechtlicher und ethischer Prüfung getroffen worden. „Eine Entscheidung zum Einschläfern treffen wir niemals leichtfertig“, sagte er.

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