Ministerpräsidentin in Thüringen?
Wagenknecht reagiert mit Gegenvorschlag auf Höcke-Idee
Aktualisiert am 13.08.2026 – 14:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Björn Höcke bringt Sahra Wagenknecht als Ministerpräsidentin ins Spiel. Sie hält davon wenig – und fordert den AfD-Politiker stattdessen zu einem TV-Duell auf.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat den Vorschlag des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke zurückgewiesen, Ministerpräsidentin des Freistaats zu werden. „Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann“, erklärte Wagenknecht.
Stattdessen forderte die Politikerin Höcke zu einem TV-Duell heraus. Dieses solle „auf neutralem Boden und mit einem unparteiischen Moderator“ stattfinden und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen BSW und AfD herausarbeiten. Als mögliche Themen nannte Wagenknecht die Wirtschaftskrise, die Bildungspolitik und ihren Vorschlag für einen überparteilichen Ministerpräsidenten.
Zudem hat sie ihre Kritik am amtierenden Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) erneuert. Dieser habe „das Vertrauen verloren“, erklärte Wagenknecht. Das BSW in Thüringen müsse ihm deshalb die Unterstützung entziehen. Höckes Vorschlag sei jedoch „weder ehrlich noch seriös“.
- Höcke an Wagenknecht: „Ich reiche Ihnen die Hand“
Wagenknecht sieht keine Mehrheit für sich
Höcke hatte Wagenknecht zuvor in einem Video auf der Plattform X direkt aufgefordert: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen.“ Der AfD-Politiker führt neben dem Landesverband auch die Fraktion seiner Partei im Thüringer Landtag. Er erklärte, seine Fraktion sei bereit, Wagenknecht „den Weg freizumachen“, und rief sie dazu auf, gemeinsam die sogenannte Brandmauer einzureißen.
Wagenknecht bezweifelt indes, dass sie im Landtag genügend Unterstützung bekommen würde. Höcke wisse, dass „die Mehrheit derer, die auf BSW-Ticket im Thüringer Landtag sitzen, in Opposition zum Bundesvorstand stehen und mich nicht wählen würden“, erklärte sie.
Zwischen Wagenknecht und dem Thüringer BSW-Landesverband gibt es seit Längerem Streit. Eine mögliche Regierungschefin oder ein möglicher Regierungschef müsse zudem in Thüringen verankert sein, erklärte Wagenknecht. Sie selbst habe dort lediglich ihre Kindheit verbracht. Höcke warf sie vor, „Politik wie die Altparteien“ zu betreiben. „Parteipolitisches Taktieren und Effekthascherei geht über Problemlösung“, erklärte die BSW-Gründerin.
BSW-Politiker spricht von „PR-Gag“
Auch BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst hat Höckes Vorstoß deutlich zurückgewiesen. „Das ist absoluter Quatsch, ein billiger PR-Gag Höckes“, sagte Wagenknechts langjähriger Weggefährte der „Augsburger Allgemeinen“.

Seit der Gründung des BSW habe die Partei eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, insbesondere eine gemeinsame Regierung, sagte Ernst. Er bezeichnete die AfD als eine „in Teilen faschistische und rechtsradikale Partei“.














