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Geparkt im Hafen

Mega-Yacht verschlingt täglich eine Tonne Diesel


Aktualisiert am 30.09.2025 – 13:49 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Mega-Yacht „Eclipse“: Bei der Auslieferung 2010 war sie mit einer Länge von 162,5 Metern die größte Yacht der Welt. (Quelle: imago stock&people/imago-images-bilder)

Drei Jahre lag sie still, jetzt bricht die „Eclipse“ auf: Die Yacht, die Roman Abramowitsch zugeordnet wird, wird umfassend überholt – und die Maßnahme ist weit mehr als nur technische Pflicht.

Als die Superyacht „Eclipse“ im Jahr 2010 von der Hamburger Werft Blohm+Voss ausgeliefert wurde, war das mediale Echo gewaltig. Mit einer Länge von 162,5 Metern und einer Breite von 22 Metern galt sie seinerzeit als größte private Yacht der Welt und erregte mit ihrer Ausstattung internationales Aufsehen.

Zwei Hubschrauberlandeplätze, ein eigenes U-Boot und ein Swimmingpool, der sich auf Knopfdruck in eine Tanzfläche verwandeln ließ, machten das Schiff zur schwimmenden Demonstration technischen Ehrgeizes und luxuriöser Exzesse. Der Bau soll rund 700 Millionen US-Dollar gekostet haben.

Nicht nur die schiere Größe, auch die ausgefeilten Sicherheitssysteme trugen zur Legendenbildung bei. Die „Eclipse“ galt schnell als eine der am besten geschützten Yachten überhaupt.

Die vergangenen drei Jahre lag die „Eclipse“ jedoch unbewegt im Hafen von Marmaris, an der südwestlichen Küste der Türkei. Die letzte große Bewegung des Schiffs ist auf den März 2022 datiert, als es von Rhodos in die Albatros Marina überführt wurde. Seither herrschte Stillstand. Nach Berechnungen des Branchenmagazins „Luxurylaunches“ beliefen sich die Liegegebühren in dieser Zeit auf etwa 209.000 US-Dollar pro Jahr (179.000 Euro). Allein für den Betrieb der Klimaanlage soll die Yacht demnach eine Tonne Diesel am Tag verbrennen.

Vor wenigen Tagen setzte sich die „Eclipse“ jedoch wieder in Bewegung, meldet die Zeitung „Turkiye Today“. Ihr Kurs führte sie demnach nordwärts, in Richtung Istanbul. Branchenkenner gehen laut „Turkiye Today“ davon aus, dass sie zur Tuzla-Werft auf der asiatischen Seite der Metropole überführt wird. Diese verfügt über eines der wenigen Trockendocks in der Region, das ein Schiff dieser Dimension überhaupt aufnehmen kann: 350 Meter lang, 65 Meter breit.

Die Fahrt in die Werft ist mehr als nur eine technische Routine. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Fünfzehn Jahre nach ihrer Fertigstellung steht die sogenannte Class Special Survey an: eine umfassende Sicherheits- und Techniküberprüfung, die nach internationalem Seerecht vorgeschrieben ist. Während kleinere Inspektionen alle fünf Jahre fällig werden, gilt die 15-Jahres-Marke als besonders aufwendig und entscheidend für den weiteren Betrieb des Schiffs.

Was der „Eclipse“ in Istanbul bevorsteht, ist eine der umfassendsten Überholungen ihrer Geschichte, ein technisches Großmanöver, das Präzision und Hightech auf höchstem Niveau erfordert. Laut dem Magazin „Luxurylaunches“ werden bei der sogenannten Class Special Survey nahezu alle Systeme an Bord überprüft, überholt und dokumentiert. Der Aluminiumrumpf wird per Ultraschall vermessen, auf Schäden kontrolliert, gespachtelt und mit einer neuen Antifouling-Beschichtung versehen, um den Bewuchs durch Algen und Muscheln zu verhindern. Auch der Korrosionsschutz wird vollständig erneuert.

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