Das Personalkarussell war durch den Rücktritt des Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) infolge der Leihmutteraffäre in Gang gekommen. „Er ist ja noch sehr jung“, sagte Laschet auf Illners Frage nach einem möglichen Spahn-Comeback in der Spitzenpolitik. Das werde sich in den nächsten Jahren erweisen. Als Mensch und als Politiker bleibe der Abgeordnete Spahn ja im Bundestag. „Er hat die Fraktion gut geführt“, würdigte Laschet seinen Parteifreund. Keiner habe vermutet, dass eine solche Welle losbricht.
Laschet kritisiert E3-Format
Die restlichen 55 Minuten widmete Illner der Frage „Zwischen Trump und Putin – wird Europa zerrieben?“ „Es ist nicht unser Krieg“, stimmte der Grünen-Europaparlamentarier Sergey Lagodinsky Bundeskanzler Merz zu, was die Haltung zu dem anhaltenden Konflikt im Iran betrifft. US-Präsident Donald Trump sei ohne Strategie da reinmarschiert und müsse nun selbst aus dieser Sackgasse „rauskrabbeln“. Das Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten warf Merz allerdings vor, eine klare gemeinsame europäische Außenpolitik zu schwächen, etwa durch Kritik an der Außenbeauftragten Kaja Kallas.
Laschet stimmte der grundsätzlichen Kritik an einer mangelhaften europäischen Außenpolitik zu. Das sogenannte E3-Format mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich sei unzureichend. Wo seien die kleinen Mitgliedstaaten, wo das Baltikum, fragte Laschet. Es müssten Wege gefunden werden, sodass Europa mit einer Stimme für alle 27 Mitgliedsstaaten spricht.
Der AfD-Verteidigungsexperte Rüdiger Lucassen wies bei „Maybrit Illner“ Trump-Forderungen nach weiterer finanzieller und militärischer Unterstützung der Nato-Partner für den Iran-Krieg zurück. Selbiges galt für Forderungen, das nordatlantische Bündnis in den Konflikt zu involvieren. „Das ist kein Nato-Gebiet und könnte auch niemals ein Nato-Krieg oder ein Nato-Konflikt werden.“
AfD-Politiker: Ukraine-Krieg beenden
Lucassen bekräftigte bei „Illner“ die Forderung, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des russischen Machthabers Wladimir Putins zu beenden. Das „muss unser aller Ziel sein“. Deutschland dürfe sich dabei aber nicht „verzetteln“ und müsse auch zugunsten der Energieversorgung anschließend die friedliche Koexistenz mit Russland anstreben.
Der ehemalige Bundeswehroffizier war im April als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion zurückgetreten und damit einem Misstrauensantrag zuvorgekommen. Er wollte bei der Frage, ob seine Partei eher den USA oder Russland zugeneigt ist, bei „Illner“ nicht von einer Spaltung sprechen. Er unterstrich jedoch: „Das Ganze wird sich aus meiner Sicht auf dem Weg zur Regierungsbeteiligung lösen müssen. Und dann müssen alle, auch die Spitzen meiner Partei, hier zu einer Lösung kommen müssen.“














