September 22, 2026 6:29 a.m. CEST

In der ersten von drei Runden brach ihm bei einem Schlag der Mittelhandknochen. „Es hat sich angefühlt, als wäre meine Hand zerbrochen. Der Schmerz ist direkt bis in die Schulter hochgezogen“, erzählt Coga. „Da war auch keine Spur von Adrenalin, das mich irgendwie geschützt hat.“ Nicht einmal in den Pausen wollte er auf seine Hand schauen. Aber er durfte sich nichts anmerken lassen.

Im Kampf änderte er dann seine Strategie. Er musste vor allem in den Bodenkampf gehen, obwohl das eigentlich seinem Gegner Antun Račić, der ein hervorragender Ringer ist, zugutekam. Und dennoch gewann Coga vorzeitig. Aber direkt nach dem Kampf war klar: Not-OP. Es war ein offener Bruch, der Knochen hatte sich vom Gewebe gelöst.

Es mussten zusätzlich Knochen transplantiert werden, die Hand wurde mit Drähten verstärkt. Doch die Wunde entzündete sich. Also noch eine Not-OP. Die Hand verheilte, er stieg wieder ins Schlagtraining ein, dann brach erneut ein Knochen in der Hand – wieder war eine Operation nötig. Es wurden Platten eingesetzt, die kurze Zeit später wieder herausgenommen wurden. „Aber ich war zu keinem Zeitpunkt tieftraurig oder geknickt“, erzählt er.

Die Hand von Max Coga in normalem Zustand. (Quelle: Lukas Grybowski/t-online)

Seine große Stärke in dieser Zeit: Geduld. Seine große Schwäche: „Man sagt mir nach, dass ich eine Resistenz gegenüber Leuten habe, die mir helfen wollen. Ich will alles irgendwie selbst schaffen“, sagt er und lächelt. Am Ende werden es zwei Jahre Zwangspause. So lang war Coga noch nie verletzt. Er nutzte die Zeit, um festgefahrene Muster aufzubrechen und „mich neu zu erfinden“, wie er sagt.

Schläge gehören zum MMA dazu. Die Hand kann nun schneller brechen. Irgendwo im Hinterkopf schlage diese Angst jetzt immer mit, sagt Coga, „aber ich bin bereit, alles zu opfern.“

Coga leitet Nachtclub in dritter Generation

Allerdings, das ist ihm wichtig zu betonen, kehre er nicht aus finanziellen Gründen zurück. Die zwei Jahre Pause hätten ihn „finanziell nicht in den Ruin getrieben.“ Dass es auf einigen Webseiten heißt, er erhalte 30.000 bis 50.000 Euro pro Kampf, bezeichnet er als „totalen Humbug“. Über konkrete Zahlen will er nicht sprechen. „Aber wenn ich nur diesen Sport machen würde, könnte ich davon auch sehr gut leben.“

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